Betreiber stellt Strafanzeige gegen Besetzer des Kraftwerks Datteln 4

Klima-Demo

Klimaaktivisten sind auf das Gelände des Steinkohlekraftwerks in Datteln eingedrungen und haben auf zwei Verladebändern Transparente entrollt. Jetzt stellt der Betreiber Uniper Strafanzeige.

Datteln

02.02.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Betreiber stellt Strafanzeige gegen Besetzer des Kraftwerks Datteln 4

Aktivisten sind auf das Gelände des Steinkohlekraftwerks in Datteln eingedrungen und haben einen Förderbagger besetzt. Jetzt stellt der Betreiber Uniper Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs. © Caroline Seidel/dpa

Nach der Besetzung des Steinkohlekraftwerks Datteln im Ruhrgebiet hat der Betreiber Uniper Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt. Gegen friedlichen Protest sei nichts einzuwenden, sagte ein Unternehmenssprecher am Sonntag.

Hausfriedensbruch können wir nicht dulden

„Straftaten wie Hausfriedensbruch oder die Beschädigung von Privateigentum sowie andere Aktionen, die die Sicherheit unserer Mitarbeiter oder die Funktionsfähigkeit unserer Anlagen gefährden, können wir nicht dulden“, sagte der Sprecher. Hausfriedensbruch wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Mehr als 100 Menschen waren am Sonntagmorgen auf das Kraftwerksgelände am Dortmund-Ems-Kanal eingedrungen und hatten Teile der Anlage besetzt. Auf zwei Verladebändern entrollten sie Transparente. Laut Polizei gelangten die Aktivisten gewaltsam auf das Gelände. Ein Tor sei aufgebrochen worden.

Aufgerufen zu dem Protest hatten die Aktionsbündnisse „Ende Gelände“ und „DeCOALonize Europe“. Nach ihren Angaben gelangten rund 150 Aktivisten auf das Gelände. Die Polizei sprach von 120. Das 1100-Megawatt-Kraftwerk im Ruhrgebiet läuft momentan zeitweise im Probebetrieb.

Endgültig ans Stromnetz anschließen will der Betreiber Uniper die Anlage im Sommer. Sie soll dann unter anderem Strom für die Deutsche Bahn liefern. Die Kohlekommission hatte empfohlen, mit dem Betreiber eine Verhandlungslösung zu suchen, damit das Kraftwerk nicht angeschaltet wird. Dem folgte die Bundesregierung aber beim Kohleausstiegsgesetz nicht.

dpa