Bericht: Russischer Agent gesteht Giftanschlag auf Nawalny

Geheimdienst

Der Kremlkritiker Alexej Nawalny wurde im August vergiftet. Jetzt hat ein russischer Agent den Giftanschlag eingeräumt und noch weitere Details über den Mordanschlag preisgegeben.

Moskau

21.12.2020, 13:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein russischer Agent hat den Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny eingeräumt.

Ein russischer Agent hat den Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny eingeräumt. © picture alliance/dpa/AP

Ein offenbar an dem Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny beteiligter Agent des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB hat laut Medienberichten den Mordversuch eingeräumt. Nach Informationen des Spiegels sowie der Rechercheplattformen Bellingcat und The Insider soll der Mann die Tat in einem Telefongespräch gegenüber Nalwalny gestanden haben. Zuvor war bekannt geworden, dass wahrscheinlich acht Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB an dem Anschlag beteiligt gewesen sind.

Laut Informationen des „Spiegels“ hat sich Nalwany in dem Telefongespräch mit dem FSB-Mann Konstantin Kudrjawzew als Mitarbeiter des russischen Sicherheitsrates ausgegeben. In dem Telefonat am 14. Dezember soll der Agent Details über den Mordversuch und Informationen zu möglichen Beteiligten preisgegeben haben. Demnach haben die Attentäter das Nervengift Nowitschok auf der Innenseite einer Unterhose Nawalnys aufgebracht. Zudem soll sich der Agent für das Überleben Nawalny gerechtfertigt haben.

Der russische Oppositionspolitiker Nawalny wurde im August Opfer eines Anschlags mit dem Nervengift Nowitschok. Nachdem er während eines Fluges aus Sibirien Richtung Moskau zusammengebrochen war, wurde er zur Behandlung in die Berliner Charité gebracht. Die russische Regierung bestreitet eine Verwicklung der Geheimdienste in den Anschlag. Die neuen Rechercheergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass der Giftanschlag auf Nawalny auf höchster Ebene des russischen Staates entschieden wurde.

RND