Benedikt Stampa über Konzerthaus-Pläne 2010

DORTMUND Das Konzerthaus Dortmund ist ein Leuchtturm im Programm der Kulturhauptstadt Europas in zwei Jahren. Wir sprachen mit Intendant Benedikt Stampa über die Pläne für 2010.

von Von Julia Gaß

, 14.07.2008, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wird die Saison im Kulturhauptstadtjahr in Dortmund eine Saison der Stars?

Stampa: Wir werden nicht mehr Stars verpflichten als bisher. Das Konzerthaus braucht die großen Namen, aber es profiliert sich über das Programm. Und es werden 2010 so viele Stars in der Region auftreten, dass wir davon fast erschlagen werden. Mehr als eine Hand voll Großprojekte wird nicht wahrgenommen in dem Riesenwust an Projekten.

Wie kann man sich in so einem "Riesenwust" als Konzerthaus profilieren?

Stampa: Mit den Exklusivkünstlern Renaud Capucon und Fazil Say, dem Pop-Abo und den "Jungen Wilden" haben wir uns profiliert. Darauf bauen wir 2010 auf. Wir widmen Fazil Say zum Abschied als Exklusivkünstler eine "Zeitinsel". Sein erstes sinfonisches Werk, eine Sinfonie, ist eine Auftragskomposition von uns und wird in Dortmund vom WDR-Sinfonieorchesters uraufgeführt. Es ist eine Kooperation mit seiner Heimatstadt Istanbul geplant, die 2010 auch Kulturhauptstadt ist. Und auch Fazil Says Violinkonzert wird in Deutscher Erstaufführung hier erklingen. Weiteres Projekt ist ein Konzert mit Jazz, einem DJ und Fazil Say.

Sie haben in dieser Saison drei spannende Festivals, große Dirigenten wie Harding, Thielemann und Metha zu Gast, und die "Jungen Wilden" verabschieden sich. Arbeiten Sie mit Ihrem Spielplan auf 2010 zu?

Stampa: Die Saison 2009/10 wird noch besser als diese, noch kompakter. Die Zeitinseln werden gewichtiger. Es gibt mehr Blockbuster wie jetzt das "Mariinsky Theater". Und bei der Auswahl der neuen "Jungen Wilden", die 2009 kommen, wollen wir jemanden nehmen, der auch komponiert. Dieser Aspekt wird immer wichtiger.

Sie wollen in der "Local Hero"-Woche das Konzerthaus als Klangskulptur rund um die Uhr öffnen. Kann man damit Menschen locken, die noch nie da waren?

Stampa: Das machen wir doch nicht, wir hätten dafür nur 20 Prozent der Kosten erstattet bekommen. Da sind andere Projekte wichtiger. Wir planen eine Konzerthaus-Nacht - so wie am 13. September 2008 mit dem WDR und Konzerten für 5 Euro. Wenn das ankommt, wiederholen wir es 2010.

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