Bayreuther Festspiele präsentieren sich moderner

BAYREUTH Die Festspielwelt schaut wieder nach Bayreuth. Am Freitag ist Eröffnung der 97. Wagner-Festspiele. Vieles rund um den Grünen Hügel ist ungewohnt frisch und modern.

von Von Julia Gaß

, 24.07.2008, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Christopher Ventris als Parsifal in Bayreuth mit Kriegsverwundeten.

Christopher Ventris als Parsifal in Bayreuth mit Kriegsverwundeten.

Da gibt es zum Beispiel die erste öffentliche Leinwandübertragung der "Meistersinger" am Sonntag (27.7.) auf dem Volksfestplatz. Und auch bequem zu Hause vorm Computer können die Opernfreunde erstmals Katharina Wagners Inszenierung der Oper am Sonntag ab 16 Uhr sehen - im Internet, mit einer der 10.000 Online-Karten für 49 Euro, dafür aber auch mit exklusiven Bildern aus dem Backstage-Bereich.

Neu ist nur der Parsifal... Einzige Neuinszenierung ist in diesem Jahr das Spätwerk "Parsifal", für das sich heute der Vorhang hebt. Der 38-jährige Norweger Stefan Herheim führt Regie. Kaum ein anderes Werk Wagners ist so unterschiedlich gedeutet worden wie das mystische Bühnenweihfestspiel. Herheim kündigte an, er werde die Oper als Zeitreise inszenieren, als "Identitätsfindung der deutschen Nation und Auseinandersetzung mit dem Werk Wagners und seiner Verknüpfung mit der deutschen Geschichte". ... und ein Stuntmann Parsifal ist für Bayreuth ein besonderes Werk, wurde für das Festspielhaus geschrieben, 1882 uraufgeführt und war bis 1914 nur dort zu sehen. Es dirigiert Daniele Gatti. Und noch eine Premiere wird heute gefeiert: Matthias Schendel ist der erste Stuntman in der 132-jährigen Geschichte des Festspielhauses. Er soll für Parsifal Christopher Ventris von einem sechs Meter hohen Balkon springen.

Auf dem Spielplan stehen bis 28. August noch die "Tristan und Isolde"-Inszenierung von Christoph Marthaler, die Meistersinger von Katharina Wagner aus dem vergangenen Jahr sowie Tankred Dorsts "Ring".

Katharina und Wolfgang Wagner wollen diese letzten Festspiele mit Wolfgang Wagner als Chef eröffnen. Der Enkel des Komponisten wird am 30. August 89 Jahre alt; 57 Jahre führte er das Haus. Über seine Nachfolge entscheidet der Stiftungsrats wohl am 1. September.

Lesen Sie jetzt