Bayern will flächendeckend auf das Coronavirus testen - Zieht NRW nach?

Coronavirus

Bayern hat als einziges Bundesland kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung angekündigt. Gesundheitsminister Laumann hat sich nun zu den Plänen für NRW geäußert.

Düsseldorf/Berlin

05.07.2020, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Vorgehen Bayerns, die gesamte Bevölkerung zu testen, findet nicht nur Zustimmung.

Das Vorgehen Bayerns, die gesamte Bevölkerung zu testen, findet nicht nur Zustimmung. © picture alliance/dpa

Bayern hatte als erstes und bisher einziges Bundesland kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung angekündigt. Es will in den Fällen zahlen, in denen die Kosten nicht von den Krankenkassen getragen werden, etwa weil es keinen begründeten Infektionsverdacht gibt und jemand auch nicht zu gefährdeten Gruppen wie Klinik- oder Schulpersonal gehört.

Anders als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) befürwortet Innenminister Horst Seehofer bundesweit kostenfreie Corona-Tests für alle, wie sie in Bayern bereits geplant sind. „Markus Söder hat recht“, sagte der CSU-Politiker der „Welt am Sonntag“ mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden. „Wir müssen bei der Bekämpfung einer potenziell lebensgefährlichen Infektion konsequent vorgehen. Bislang haben wir keine Klarheit über das tatsächliche Infektionsgeschehen im Land.“

In NRW wird anlassbezogen und dann sehr gründlich getestet

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen flächendeckende Tests auf das Coronavirus ausgesprochen. „Ich halte da nicht sehr viel von“, sagte der Politiker im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. Er orientiere sich in dieser Frage an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts.

Das bedeute, dass man anlassbezogen und dann sehr gründlich teste, wie dies beispielsweise nach dem Virus-Ausbruch beim Fleisch-Konzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück geschehen sei. Ein ähnliches Vorgehen wie in Bayern lehnte Laumann in diesem Zusammenhang ab. Das Angebot der dortigen Regierung an alle Bürger, sich testen zu lassen, sei durch die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts nicht gedeckt.

Spahn warnt vor falscher Sicherheit

Laumann verwies auch auf die Erfolge in der Pandemie-Bekämpfung beim Infektionsherd in einem Fleischbetrieb in Gütersloh. Dort sei es durch frühzeitiges Erkennen, lokale Quarantäne und breit angelegte Tests gelungen, ein Überspringen der Infektionen von den Schlachthofmitarbeitern auf die Allgemeinbevölkerung zu verhindern.

Bundesgesundheitsminister Spahn ist ebenfalls gegen breit gestreute Massentests und favorisiert gezielte Tests. Er warnt vor falscher Sicherheit, weil Testergebnisse immer nur etwas über den Zeitpunkt des Abstrichs aussagen.

rej/dpa/RND

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