Bayern erlaubt Familienbesuche und stellt Stufenplan für Gastronomie vor

Coronavirus

Nach wochenlangen Schließungen und Beschränkungen legt das bayerische Kabinett einen umfassenden Fahrplan für Lockerungen vor. Es ist ein langfristiges Konzept.

Berlin

05.05.2020, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kam mit seinem Kabinett am Dienstag zusammen.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kam mit seinem Kabinett am Dienstag zusammen. © picture alliance/dpa

Schon vor der Pressekonferenz des Ministerpräsidenten hieß es aus Regierungskreisen, dass es für Bayern einen Fahrplan für nahezu alle Bereiche geben werde, von Schule und Kitas über Gastronomie und Hotels bis hin zu Pflegeheimen. Zudem entschied das Kabinett, ob die Ausgangsbeschränkungen Bestand haben oder nun gelockert werden.

In der anschließenden Pressekonferenz von Landesvater Markus Söder und mehreren Minister am Mittag, sagte der Ministerpräsident: „Wir präsentieren einen Bayern-Plan für Corona bis Pfingsten.“ Dieser sei mit Kanzlerirn Angela Merkel besprochen und auch Baden-Württembergs Regierung ist informiert und will einen ähnlichen Weg gehen. „Wir werden jetzt bewusst regional vorgehen.“

Der Bayern-Plan sei auch mit Blick auf das Bund-Länder-Treffen am Mittwoch erstellt worden und könne „eine Blaupause für andere Bundesländer“ sein, sagte Söder. Bayern gehe den langsamen Weg zurück in die Normalität.

Geplant wurde laut Söder nach folgenden Prinzipien: Vorsicht an oberster Stelle, alles schrittweise, in Stufen, langsamer als andere. Es sei eine Öffnung der Vernunft. Da die Erfolge in Bayern eindeutig sichtbar seien, hätten Experten der bayrischen Regierung jetzt zur langsamen Öffnung geraten.

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Der Bayern-Fahrplan im einzelnen

Ab dem 6. Mai wird die Ausgangsbeschränkung in Bayern zu einer Kontaktbeschränkung. Man könne nun wieder rausgehen, darüber gäbe es jetzt keine Diskussion mehr. Es gelte aber weiter das Abstandsgebot.

Die Familien sollen sich wieder sehen können. So wird ermöglicht, dass man seine Verwandten in direkter Linie besuchen könne, so Söder. So könne man jetzt auch Eltern Geschwister und Großeltern wieder besuchen.

Es gehe auch darum, wieder Besuche in Pflege- und Seniorenheimen zuzulassen. Ab kommendem Samstag/Sonntag, „passend zum Muttertag“, sagte Söder, sei der Besuch mit entsprechenden Hygienenmaßnahmen wieder möglich.

Kitas öffnen langsam

Ab Mittwoch werden wieder alle Spielplätze in Bayern geöffnet. Der Expertenrat bei der Öffnung von Kitas sei noch sehr unterschiedlich. Die einen plädieren laut dem bayrischen Ministerpräsidenten auf eine Öffnung der Kitas, andere warnen wiederum davor. Es gelte also das Prinzip der Vorsicht. Ab dem 11. Mai sollen bis Pfingsten knapp 50 Prozent der Kinder wieder in die Kita gegangen sein.

Ähnlich soll das Vorgehen bei den Schulen sein. Vor Pfingsten sollen auch hier 50 Prozent der Schüler wieder den Unterricht besuchen. Dabei soll es keine Nachteile für die Schüler geben. Ein freiwilliges Versetzen in eine höhere Stufe sei also am Schuljahresende möglich. Es soll keine Maskenpflicht im Unterricht gelten, aber immer außerhalb des Unterrichtsräume. Unterricht wird wochenweise im Block stattfinden. Die Präsenz sei bis Pfingsten freiwillig.

Speiselokale öffnen Ende Mai

Im Handel wird die 800-Quadratmeterbregenzung ebenfalls ab dem 11. Mai aufgehoben. Dabei gelte weiterhin die bekannten Hygieneregeln.

Hotels sollen bald wieder Zimmer anbieten können. Auch die Gastronomie wird in Stufen geöffnet. Ab 25. Mai werden „Speiselokale“ wieder bis 22 Uhr geöffnet. Dabei wird es eine Maskenpflicht für Küchenpersonal und Kellner gelten. Auch Gäste müssen, wenn sie nicht an ihrem Tisch sitzen, in den Restaurants eine Maske tragen. Auch die Biergärten sollen wieder geöffnet werden. Dies schon ab dem 18. Mai - allerdings nur bis 20 Uhr.

RND/Fabian Wenck

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