Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bahn streikt am Montagmorgen - viele Ausfälle und Verspätungen in NRW erwartet

EVG-Streik

Die neue Woche beginnt für Tausende Pendler mit Bahnstress. In Nordrhein-Westfalen werden Fahrgäste am Montag den Streik besonders zu spüren bekommen.

NRW

09.12.2018 / Lesedauer: 3 min
Bahn streikt am Montagmorgen - viele Ausfälle und Verspätungen in NRW erwartet

Die neue Woche beginnt mit einem Warnstreik bei der Bahn. Es drohen zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. © dpa

Bei der Deutschen Bahn wollen Beschäftigte mit einem bundesweiten Warnstreik am Montag die Arbeit niederlegen. Es drohen zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. Nach Angaben der Bahn soll Nordrhein-Westfalen ein Schwerpunkt der Aktionen sein. Nähere offizielle Informationen zu den betroffenen Zügen gab bis zum späten Sonntagabend nicht. Die Bahn verwies auf die Reiseauskunft auf ihrer Website:

Von der EVG hieß es, die Warnstreiks sollten am frühen Morgen (ab ca. 5 Uhr) bundesweit vor allem in Stellwerken und Werkstätten anlaufen. Sie könnten bis zum Mittag dauern. Grund ist der Abbruch der Tarifgespräche mit dem Bahn-Management, am Samstag waren die Parteien in Hannover ohne Ergebnis auseinandergegangen.

Reisende müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen

Die EVG nannte ein aus ihrer Sicht zu geringes Lohnangebot des bundeseigenen Konzerns als Anlass für die Warnstreiks. Über den Umfang und die genaue Dauer sei noch nicht entschieden. Die Bahn sprach hingegen von einer „völlig überflüssigen Eskalation“. „Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit“, erklärte Personalvorstand Martin Seiler.

EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal sagte, Reisende müssten zum Wochenstart mit erheblichen Einschränkungen rechnen. „Wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, wenn die Bahn deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen. Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert“, fügte der Gewerkschafter hinzu.

Gut zu wissen

Gewerkschaften EVG und GDL

Die EVG vertritt etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland. Die kleinere GDL verhandelt für einen Teil davon - rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen. Bahn-Vorstand Seiler hatte das Ziel ausgegeben, möglichst mit beiden Gewerkschaften „für gleiche Berufsgruppen auch zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen“.

Fortschritte bei den Verhandlungen erkennbar

Zum Tarifangebot gehörten nach Bahn-Angaben eine Entgelt-Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Anstelle der zweiten Stufe sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen. Dies sollte nach Darstellung der EVG aber erst ab Anfang 2021 möglich sein.

Mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vertagte sich die Bahn auf den kommenden Dienstag (11. Dezember) in Eisenach. Hier sei man kurz vor dem Ziel, sagte Seiler. Die GDL zeigte sich mit dem Verlauf der dreitägigen Verhandlungen bisher „grundsätzlich zufrieden“. „Die erzielten Teilergebnisse rechtfertigen die Fortsetzung der Verhandlungen“, erklärte ihr Chef Claus Weselsky. So habe man Fortschritte bei der Gestaltung der Schichtpläne erzielt und sich auf die Höhe der Feiertags- sowie Nachtzulagen verständigt.

„Wenn, dann rappelt die Kiste im neuen Jahr.“
Claus Weselsky, GDL-Chef

Weselsky: Keine weiteren Streiks vor Weihnachten

Der Bahn-Vorstand weigere sich bislang aber, in seinen Betrieben „die permanente Umgehung und Aufweichung der persönlichen Planungssicherheit zu verbieten“, kritisierte Weselsky. Auch sei der GDL bis zum Samstagmittag noch kein konkretes Angebot zum Entgelt vorgelegt worden. Sollte die Bahn die Erwartungen enttäuschen, werde „unmittelbar“ reagiert. Vor Weihnachten würden die Lokführer aber nicht streiken: „Wenn, dann rappelt die Kiste im neuen Jahr.“

Anders als die EVG kann die GDL derzeit nicht zu Streiks aufrufen, sie hat mit der Bahn eine Schlichtungsvereinbarung geschlossen. Dem „Tagesspiegel“ (Montag) sagte Weselsky: „Ich glaube, die EVG will auch mal zeigen, dass sie streiken kann.“ Ihr Ausstand treffe jedoch ein Unternehmen, das angesichts des Sparkurses schon geschwächt sei. „Da muss man als Gewerkschaft auch ein bisschen Rücksicht nehmen.“

Von Freitag auf Samstag hatte die Bahn die ganze Nacht hindurch mit der EVG sowie separat mit der GDL verhandelt. Beide Gewerkschaften hatten ursprünglich 7,5 Prozent mehr Geld gefordert.

dpa

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt