B-Jugendspiel: Trainer (41) soll 15-jährigen Spieler krankenhausreif geschlagen haben

dzAmtsgericht Bochum

Nach einer Massenschlägerei bei einem B-Jugendspiel in Witten steht ein Fußballtrainer (41) vor Gericht. Er soll einen am Boden liegenden 15-Jährigen Spieler krankenhausreif geprügelt haben.

Bochum, Witten

, 04.09.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 1 min

Erst fielen späte Tore, dann kam es zu regelrechten Jagdszenen: Ein Fußballtrainer aus Witten muss sich seit Freitag vor dem Bochumer Schöffengericht verantworten.

Der 41-Jährige soll am Rande einer Massenschlägerei bei einem B-Jugendspiel im Wittener Wullenstadion mitgemischt und sowohl einen Jugendspieler als auch den gegnerischen Trainer angegriffen haben. Zum Prozessauftakt wies der Angeklagte die Vorwürfe über seinen Verteidiger Martin Gentz zurück: „Mein Mandant hat damit nichts zu tun.“

Reihenweise verletzte Spieler, dazu ein Trainer mit einem abgebrochenen Backenzahn: Das Spiel der B II-Jugendmannschaften des FSV Witten und der TUS Heven wurde am 28. September 2019 überschattet von einer Massenschlägerei unter Spielern, Trainern, Betreuern und sogar Zuschauern, wie es in der Anklageschrift heißt.

Jugendspieler am Boden gegen den Kopf getreten

Der angeklagte Trainer des TUS Heven soll bei dem Tohuwabohu einen bereits am Boden liegenden Spieler (15) der gegnerischen Mannschaft FSV Witten mehrfach gegen den Kopf und das Gesicht getreten haben. Dem gegnerischen Trainer soll der 41-Jährige außerdem durch einen Schlag ins Gesicht einen Backenzahn abgebrochen haben. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.

Dass es damals ein wüstes Handgemenge gegeben hat, will der Angeklagte gar nicht bestreiten. Der 41-Jährige und sein Verteidiger Martin Gentz verwiesen jedoch auf ein fußballinternes Verbandsverfahren, nachdem zahlreiche Spieler anschließend teils wochenlang gesperrt worden, das Verfahren gegen den Angeklagten hingegen eingestellt worden sei.

Handyvideo soll Aufklärung bringen

Das Gericht will die angesprochenen DFB-Akten nun einsehen. Außerdem hofft Richterin Angela Coenen zudem auf Aufklärung durch ein angeblich existierendes Handyvideo.

An noch zu bestimmenden Fortsetzungsterminen sollen dann auch nach und nach mutmaßliche Augenzeugen zu Wort kommen. An der Massenschlägerei sollen seinerzeit rund 30 Personen beteiligt gewesen sein.