Auto fährt in Karnevalsumzug in Hessen – Polizei geht nicht von Anschlag aus

Eilmeldung

Bei einem Rosenmontagsumzug in Volkmarsen (Hessen) ist ein Autofahrer scheinbar vorsätzlich in eine Menschenmenge gefahren. Es soll mehrere Verletzte geben, der Fahrer wurde festgenommen.

Volkmarsen

24.02.2020, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Unfallstelle in Volkmarsen mit dem Auto, das in einen Karnevalsumzug gerast sein soll. Nach ersten Meldungen sind mehrere Menschen verletzt worden.

Die Unfallstelle in Volkmarsen mit dem Auto, das in einen Karnevalsumzug gerast sein soll. Nach ersten Meldungen sind mehrere Menschen verletzt worden. © dpa

Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Autofahrer in einen Karnevalsumzug gefahren und hat mehrere Menschen verletzt. Das teilte die Polizei am Montag mit. Der Fahrer wurde festgenommen. Die Polizei geht davon aus, dass der Fahrer vorsätzlich in den Rosenmontagszug gefahren ist. Das teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen aber nicht vor. „Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus.“

Das hessische Innenministerium schloss dagegen einen Anschlag zunächst nicht aus. Ein Sprecher des Innenministeriums begründete das am Montag mit der Situation vor Ort.

Bei dem Fahrer soll es sich um einen 29-jährigen Deutschen handeln, schreibt die „Waldeckische Landeszeitung“. Er soll mit seinem Mercedes durch eine Absperrung in eine Gruppe von Menschen gefahren sein. Das Auto soll anschließend noch 30 Meter gefahren sein, bevor es zum Stehen kam, berichtet die „hessenschau“.

Es soll mindestens 15 Verletzte geben, schreibt die „Frankfurter Rundschau“ unter Berufung auf Zeugenaussagen. Darunter sollen auch Kinder sein, die an dem Rosenmontagsumzug teilnahmen.

Einsatzkräfte mit Großaufgebot vor Ort

Vor Ort sind Dutzende Notärzte und Notfallsanitäter im Einsatz, auch ein Hubschrauber ist inzwischen vor Ort gelandet, berichtet die HNA. Die Polizei sei ebenfalls mit einem Großaufgebot im Einsatz, hat den Unfallort weiträumig abgesperrt.

Die Hintergründe sind bislang unklar. In einer Mitteilung bittet die Polizei, „keine ungesicherten Meldungen weiter zu verbreiten“.

Mainzer Polizei reagiert auf Geschehen in Volkmarsen

Die Polizei in Mainz teilte mit, die Einsatzkräfte seien über das Einsatzgeschehen in Volkmarsen „umgehend informiert und sensibilisiert worden. Darüber hinaus erfolgt eine Anpassung im Bereich der Videoüberwachung.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. © picture alliance/dpa

Die bisher zur Überwachung und zum Erkennen gefahrenträchtiger Situationen innerhalb des Veranstaltungsraums eingesetzten Drohnen werden nun explizit für den Bereich an den Zufahrtsstraßen und Rändern des Veranstaltungsraumes eingesetzt. Ziel ist es hierbei, auffällige Fahrzeugbewegungen frühzeitig zu erkennen“, teilte die Polizei mit.

Volkmarsen ist eine Kleinstadt im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit rund 6800 Einwohnern. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt.

Bereits am Sonntag hatte es nach Angaben der örtlichen Feuerwehr einen Zwischenfall bei einer Karnevalsveranstaltung in einer Halle in Volkmarsen gegeben: Wegen eines Feueralarms seien der Veranstaltungsort geräumt und der betroffene Bereich kontrolliert worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. Der Grund für den Alarm sei nicht feststellbar gewesen, anschließend sei die Veranstaltung nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, ist unklar.



RND/seb mit dpa