Ausstellung: "Kemnade klingt"

BOCHUM Spaziergänger am Kemnader See sollten sich nicht wundern, wenn sie Menschen begegnen, aus deren Rucksack merkwürdige, kleine Geschichten erklingen. Während sie zuhören, werden sie Teil von "Kemnade klingt".

von Von Ronny von Wangenheim

, 04.07.2008, 17:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
"I Had A Dream".

"I Had A Dream".

Acht Klang- und Medienkünstler stellt der Kunstverein Bochum im alten Gemäuer der Wasserburg Haus Kemnade vor. Rana Matloub ist eine von ihnen. Wer in Bagdad geboren ist, hat eine kleine Scheherazade in sich. "Willst du mit mir gehen?", fordert sie auf und schickt die Besucher mit dem Rucksack und ihren Geschichten los.

Ganz unterschiedlich gehen die Künstler mit Klang um, arbeiten mit Musik, mit Sprache und Geräuschen wie Vogelstimmen. Sie alle gehen eine interessante Wechselbeziehung zur Burg und vor allem zu den alten Musikinstrumenten der Sammlung Grumbt ein. So zeigt Dunja Evers in ihrer Videoinstallation "I Had A Dream" das Abspielen einer traditionellen Langspielplatte, des legendären Woodstock-Doppelalbums von 1968. Während der Besucher das langsame Vorrücken des Tonarms beobachtet und Jimi Hendrix lauscht, steht er zwischen alten Geigen und Baßgamben.

Vogelgezwitscher

Naturwahrnehmung und Künstlichkeit thematisiert Tilman Küntzel. Er hat Vögeln ähnliche Lautsprecherobjekte in einen alten Baum gehängt. Doch was da aus den Ästen zwitschert, ist eindeutig ein Mensch, der Vogelstimmen imitiert.

Vieles stimmt vergnüglich beim Rundgang, der bei der Videoarbeit "Pianoforte" endet. Hierfür hat Christoph Giradet die Filmgeschichte durchforstet und 88 Schnipsel mit Klavier spielenden Schauspielern zu einer neuen Rhapsodie zusammengefügt - virtuos und heiter.

Kunstverein Bochum, Haus Kemnade: "Kemnade klingt", 6.7.-14.9., di-so 12-18 Uhr.

 

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