Reisen wieder möglich - Maas: „Wird diesen Sommer aber keine Rückholaktionen geben“

Coronavirus

Die Bundesregierung will die Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 30 Länder aufheben. Verzögerungen könnte es ausgerechnet bei dem beliebtesten Reiseland der Deutschen geben.

Berlin

03.06.2020, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen aufheben.

Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen aufheben. © picture alliance/ Archivbild

Die Reisewarnungen für die rund 30 europäischen Staaten soll nach Willen der Bundesregierung aufgehoben werden. Das Eckpunktepapier des Kabinetts zu den weltweiten Reisewarnungen sieht außerdem vor, für alle rund 200 Länder der Welt pauschal verhängte Warnung vor touristischen Reisen durch individuelle Reisehinweise zu ersetzen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sagte dazu in einer Pressekonferenz: „Wir haben es uns mit dieser Entscheidung nicht einfach gemacht.“ Es habe intensive Gespräche mit den europäischen Partnern gegeben. An den meisten Orten werde der Lockdown immer weiter gelockert.

Die Bundesregierung will für jedes Land bestmögliche Informationen in ihre Reisehinweisen geben. Reisewarnungen können dann wieder ausgesprochen werden, wenn die Infektionszahlen wieder steigen.

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Sicher ist laut Maas, dass es in diesem Sommer nicht noch einmal eine Rückholaktion für deutsche Touristen geben wie zum Ausbruch der Corona-Pandemie im März. Maas betont erneut: „Die Pandemie ist nicht vorbei.“ Es komme auf den Einzelnen an, dass uns eine zweite Welle erspart bleibt.

Aufgehoben werden soll die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. Die endgültige Entscheidung über die Aufhebung traf das Kabinett noch nicht. Sie soll zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in den nächsten beiden Wochen erfolgen.

Norwegen will Einreiseverbot bis August aufrecht erhalten

Für einzelne Länder wird sich der Schritt möglicherweise noch verzögern. Für Staaten, in denen am 15. Juni noch „großflächige Ausgangsbeschränkungen“ oder Einreiseverbote gelten, soll die Reisewarnung zunächst bestehen bleiben.

Das könnte nach jetzigem Stand Norwegen und das Urlaubsland Nummer eins der Deutschen betreffen: Spanien. Die Regierung in Madrid will erst am 1. Juli die Grenzen für ausländische Touristen wieder öffnen. Dann soll auch die zweiwöchige Zwangsquarantäne für alle Einreisenden aufgehoben werden.

Die norwegische Regierung erwägt, das bestehende Einreiseverbot bis zum 20. August aufrecht zu erhalten. Am Freitag gab die Regierung in Oslo allerdings bekannt, dass zumindest Dänen ab dem 15. Juni einreisen können. Es soll auch geprüft werden, ob man die Grenzen für Reisende aus „einzelnen anderen nahe liegenden europäischen Ländern“ öffnen kann.

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