Ausmisten leicht gemacht: Fünf Schritte zu mehr Freiheit in den eigenen vier Wänden

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Die Schränke platzen aus allen Nähten, es ist Zeit, Platz zu schaffen. Aber wie trennt man sich am besten von altem Zeug? Und wohin damit? Diese fünf Tipps werden Ihnen helfen.

26.06.2020, 12:48 Uhr / Lesedauer: 4 min

Alle, die ihren jährlichen Frühjahrsputz schon hinter sich gebracht haben, wissen: Es sammelt sich so einiges im Leben eines Menschen an. Nippsachen und Krimskrams, der auf den Regalen und in den Schränken verstaubt, Berge von Klamotten, die teilweise nur ein oder zwei Mal getragen wurden. Küchenutensilien, die man nie benutzt hat. In den Schubladen haufenweise Papierschnipsel, eine Armee an Werbegeschenken und Kugelschreibern, alte Hefte und Bücher. Man verliert schnell den Überblick über all die Gegenstände, die man besitzt, sodass sie irgendwann in Vergessenheit geraten. Und das ist schade. Der Sinn von Gegenständen ist, dass sie einen Zweck erfüllen – und wenn sie diesem beraubt werden, warum haben wir sie dann überhaupt?

Für viele Menschen liegt die Lösung klar auf der Hand: Es muss etwas getan werden! In den letzten Jahren hat sich eine regelrechte Begeisterung fürs Ausmisten entwickelt. Und wer sich schon einmal daran gewagt hat, die Schränke von ihrem Inhalt zu erleichtern, der weiß: Es kann dem Kopf und Geist gut tun, sich von ein paar Dingen zu trennen und Ordnung zu schaffen. Eine klare Struktur und Übersicht über die Besitztümer ist zudem sehr effizient, denn man muss sich nicht mehr Ewigkeiten damit herumplagen, einen gewissen Gegenstand zu finden.

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Vielen ist der bloße Gedanke ans Ausmisten ein Graus. Das Wühlen in Schränken und Schubladen, das Chaos während der Aufräumaktion. Und überhaupt: Wohin am Ende mit all dem Kram, von dem man sich trennen will? Fürs Wegwerfen ist all das viel zu schade, und nicht jeder zieht direkt los und verhökert und feilscht auf dem Trödelmarkt.

Kein Problem, denn inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, Gegenstände zu veräußern und dafür noch gutes Geld zu erhalten. Und auch der Weg dahin lässt sich mit ein paar einfachen Schritten, etwas Zeit und Motivation spielend bewältigen. Mit fünf Schritten, um genau zu sein.

Schritt 1: Schrank für Schrank, Zimmer für Zimmer

Lassen Sie es langsam angehen. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut, und genauso wenig kann an einem Tag der komplette Haushalt entrümpelt werden. Nehmen Sie sich lieber Zimmer für Zimmer vor - oder, wenn Sie noch kleinere Schritte gehen wollen, Schrank für Schrank. Auf diese Art wächst Ihnen die Aufgabe nicht über den Kopf und Sie behalten einen besseren Überblick über die Gegenstände. Das ein oder andere Objekt landet vielleicht sogar schon in einem anderen Raum, da es Ihnen dort sinnvoller erscheint. Sie können sich auch eine Liste zur Hilfe nehmen und dokumentieren, welche Bereiche Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung Sie schon bearbeitet haben. Und machen Sie alles in Ruhe: übereilte Entscheidungen helfen Ihnen nicht weiter, die Sortierung will gut überlegt sein.

Alles auf einem Haufen: Gegenstände wie Kleidung, Bücher und Elektronik, die nach dem Drei-Boxen-Prinzip sortiert werden.

Alles auf einem Haufen: Gegenstände wie Kleidung, Bücher und Elektronik, die nach dem Drei-Boxen-Prinzip sortiert werden. © Felsch

Schritt 2: Das Drei-Boxen-System

Gehen Sie mit System vor. Oft fällt es uns schwer, uns von Gegenständen zu trennen, was schlichtweg daran liegt, dass wir denken, wir könnten sie noch mal gebrauchen. Das Buch, das Sie bereits gelesen haben und dass sie nur mittelmäßig fanden. Ein Objekt aus Ihrer Sammlung, an dem Sie sich längst satt gesehen haben. Die Jeanshose, die bestimmt irgendwann noch einmal in Mode kommen wird. Behalten oder nicht? Helfen Sie sich hierbei mit drei verschiedenen Boxen. In die erste Box kommen nur Objekte, bei denen Sie zu hundert Prozent wissen, dass Sie sie brauchen werden oder die Sie regelmäßig benutzen. In die zweite Box kommen Gegenstände, bei denen Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sie nicht irgendwann in der nächsten Zeit gebrauchen werden. In die letzte Box räumen Sie alles, was sie in jedem Fall nicht mehr behalten wollen. Das Praktische daran: Sie haben die aussortierten Gegenstände direkt in einer Kiste parat. Nun gut, die vierte Kiste gibt es auch noch: den Mülleimer. Darin landet alles, was keinerlei Wert besitzt, etwa alte Kassenbelege, die nicht mehr gebraucht werden.

Schritt drei: Ehrlichkeit währt am längsten

Geben Sie Chancen, aber seien sie aufrichtig. Die zweite der drei Kisten spielt eine besondere Rolle und muss mit etwas mehr Geduld behandelt werden als die anderen Kisten. Diese Box bringen Sie am besten irgendwo unter, wo Sie sie nicht als störend empfinden, aber auch noch guten Zugang haben – also am besten nicht auf den Hochschrank im Keller, sondern lieber im unteren Regal oder in der Abstellkammer. Es darf nun gern Zeit vergehen, vielleicht drei oder vier Monate. Wenn Sie innerhalb dieser Zeit etwas aus der Kiste holen und benutzen, dann kann es wieder seinen festen Bestand in ihrem Hausstand haben. Ist jedoch der Inhalt in Vergessenheit geraten, empfiehlt es sich, die Gegenstände auszusortieren, da Sie sie wohl auch in weiteren drei Monaten nicht benötigen würden. Und seien Sie hierbei ehrlich mit sich selbst; es hat keinen Sinn, sich selbst Gründe zu suchen, warum man den alten Kram dennoch behalten sollte.

Alles sortiert. Links oben die Kiste mit den Dingen, die abgegeben werden, rechts oben die Kiste mit Gegenständen, die erst einmal in den Keller kommen - dazu gehört auch die Tüte mit der Kleidung. Die kleine Kiste enthält die Dinge, die behalten werden, der Plastikbeutel enthält Müll.

Alles sortiert. Links oben die Kiste mit den Dingen, die abgegeben werden, rechts oben die Kiste mit Gegenständen, die erst einmal in den Keller kommen - dazu gehört auch die Tüte mit der Kleidung. Die kleine Kiste enthält die Dinge, die behalten werden, der Plastikbeutel enthält Müll. © Felsch

Schritt vier: Überprüfung der Ausbeute

Wenn Sie es bis hierhin geschafft haben, ist sicher so einiges zusammengekommen, wovon Sie sich trennen wollen. Natürlich landen die Gegenstände nicht einfach in der Tonne, sondern werden weitervermittelt. Dafür brauchen Sie eventuell noch einmal eine Kontrolle Ihrerseits. Sind die Kleidungsstücke, die Sie aussortiert haben, alle heil oder müssen eventuell Knöpfe angenäht werden? Ist die Sammlerfigur in einem guten Zustand oder kann sie einen neuen Anstrich gebrauchen? Funktioniert das alte DVD-Spielgerät noch einwandfrei? All dies bedeutet zwar einen kleinen Aufwand, lohnt sich am Ende aber ungemein. Sie vermeiden damit, dass Gegenstände, die noch qualitativ sind, im Müll landen. Und Sie werten die Objekte wieder auf, sodass auch ihr Verkaufspreis steigt, was sich am Ende für Sie vorteilhaft auswirkt. Außerdem finden Sie so heraus, ob einige der Gegenstände vielleicht doch in die Tonne gehören und Ihnen für lange Zeit völlig umsonst den Platz gestohlen haben.

Schritt fünf: Loslassen mit Freude

Der letzte und vermutlich beste Schritt. Sie haben die Wohnung neu eingeräumt und können förmlich spüren, dass Sie sich von Ballast befreit haben. Dennoch wartet Arbeit auf Sie – es wird Zeit, die Gegenstände zu veräußern, die Sie abgeben möchten. Auf unterschiedlichen Web-Portalen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Gegenstände anzubieten und Geld dafür zu erhalten. Bücher, Filme, Spiele und CDs können Sie zum Beispiel auf momox oder rebuy verkaufen (hier lohnt der Vergleich zwischen den Seiten, da sich die angebotenen Preise für Objekte oft stark unterscheiden). Kleidung können Sie auf kleiderkreisel, ubup oder kleiderkorb verkaufen. Sammlerobjekte, Spielzeuge, Elektronik und Möbel finden auf ebay schnell Abnehmer. Zögern Sie nicht, sich für die Nutzung der Portale Unterstützung von Familie und Freunden zu holen, falls Ihnen zu Beginn der Überblick fehlt. Haben Sie Gegenstände, die Sie nicht verkauft bekommen, lohnt sich ein Besuch im nächsten Secondhand-Kaufhaus oder sie besuchen Hilfsvereine, z.B. für Bosnien. Dort wird gern alles genommen, das in gutem Zustand ist.

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Wenn Sie gern die Möglichkeit nutzen wollen, Ihren Freunden und Verwandten eine Freude zu machen, können Sie auch eine Tauschparty veranstalten. Hierbei bringt jeder Partygast Gegenstände mit, die er nicht mehr haben möchte, und bietet sie in der Runde an. Entweder wird das Objekt gegen einen anderen Gegenstand getauscht oder die Sachen werden verschenkt. Auf diese Weise finden die Gegenstände sogar einen Besitzer im nahen Umfeld und Sie finden vielleicht den ein oder anderen neuen Schatz, der bei Ihnen einziehen darf.

So, das war’s. Nun sind Sie ausgestattet mit allen Tipps und Tricks, wie Sie das gefürchtete Entrümpeln souverän und mit einem extra Taschengeld meistern können. Viel Vergnügen und frohes Ausmisten!

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