Auke de Vries' Modelle schweben durch die Räume

Skulpturenmuseum Glaskasten

Auke de Vries‘ Skulpturen sind weltbekannt. Sie stehen und hängen in Bangkok, Berlin und Barcelona. Jetzt stellt das Skulpturenmuseum Marl rund 50 Werke des niederländischen Künstlers aus. Seit Sonntag sind die „Schwebenden Skulpturen“ zu sehen. Die Ausstellung geht noch bis zum 6. April.

von Anna Gellner

, 03.02.2014, 17:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wie »Models for Nests« von 2008 sind auch die meisten anderen Skulpturen von Auke de Vries farbenfroh - und wirken federleicht.

Wie »Models for Nests« von 2008 sind auch die meisten anderen Skulpturen von Auke de Vries farbenfroh - und wirken federleicht.

Farbenfroh und verspielt, wie kleine Basteleien wirken die Modelle. Sie sind allesamt aus Metall gefertigt – dem Lieblingsmaterial des Künstlers. „Es ist extrem vielfältig und formbar“, sagt der 76-Jährige, der seit mehr als 30 Jahren in Den Haag lebt. Er kauft es immer direkt von der Fabrik, mit Fundstücken arbeitet er nie. „Ich möchte nicht, dass das Metall schon eine andere Bedeutung hat.“ Geht der Besucher weiter durch die Ausstellung, begegnet ihm noch ein anderes Prinzip als das der hängenden Modelle: 17 kleine Skulpturen, angeordnet auf einer Plattform. Zusammen ergeben sie ein großes Ganzes, sie ergänzen sich, wie auch de Vries’ Kunst im öffentlichen Raum die Städte ergänzt. „Ich arbeite viel mit Städteplanern zusammen“, erzählt der Künstler. Er liebe Städte, „je größer, desto besser“. Man kann sich vorstellen, wie andere Kunstwerke des 76-Jährigen draußen wirken. Auch die kleineren Modelle im Skulpturenmuseum machen Eindruck: Details und die je nach Standpunkt verschiedene Perspektive lassen den Besucher Dinge auch erst auf den zweiten Blick entdecken, eine versteckte Collage etwa. De Vries‘ Skulpturen erzählen Geschichten.

Wie zum Beispiel die Skulptur „Gewitter“ – eine der wenigen Skulpturen mit Titel – die tatsächlich aussieht wie eine Anhäufung von Wolken aus gebogenen Metallplatten. Darunter „schießen“ Drähte wie Blitze heraus. Nur kleine Häuschen dazwischen stören diese Interpretation. Und vielleicht ist das auch der Grund, weswegen de Vries lieber keine Namen vergibt: Jedem Betrachter soll Raum für eine eigene Interpretation bleiben.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt