Auf der Flucht vor Altersarmut arbeiten immer mehr Rentner auch im Ruhestand

Zur Rente hinzuverdienen

Die Zahl der Rentner, die im Ruhestand arbeiten, steigt. Der Vorsitzende der Landesseniorenvertretung macht dafür ein Versagen der Politik verantwortlich und übt heftige Kritik.

Dortmund

, 25.06.2019, 14:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf der Flucht vor Altersarmut arbeiten immer mehr Rentner auch im Ruhestand

Die Rente vieler Senioren ist so gering, dass sie auch im Ruhestand weiterarbeiten. An diesem Zustand übt die Landesseniorenvertretung harsche Kritik. © picture alliance / dpa

Die Entwicklung, dass immer mehr Rentner auch im Ruhestand hinzuverdienen müssen oder wollen, sei „voraussehbar“ gewesen, sagt Jürgen Jentsch. Er ist Vorsitzender der Landesseniorenvertretung. Und die Zahl der Betroffenen werde weiter zunehmen, denn: „Diese Entwicklung war voraussehbar und wird weiter steigen, da hier immer mehr Rentner nicht durch ihre Arbeit einen entsprechenden Rentenanspruch erwerben konnten. Obwohl die Politik diese Entwicklung gesehen hat, hat sie nicht gehandelt. Diese Entwicklung führt zu einer bisher so nicht dagewesenen Altersarmut.“

Die Gründe für diese Entwicklung sieht Jentsch vor allem im Niedriglohnsektor: „Wer keine ausreichenden Chancen (Schul- und Fachausbildung) auf einen gut honorierten Arbeitsplatz bekommen hat, dem bleibt der Weg auf ein ausreichendes Renteneinkommen versperrt. Dass dann die Politik die Rentnereinkommen (im Gegensatz zu den Spitzeneinkommen) auch noch als sichere Steuereinnahme entdeckt hat, macht die Sorgen der Älteren nicht einfacher.“

Hinzu komme, dass bei einem Hinzuverdienst ein „oft nicht kalkulierbarer“ bürokratischer Aufwand für Rentner entstehe, etwa bei der Steuererklärung.

„Warum Renten, soweit sie durch die bereits versteuerte Arbeit entstanden sind, überhaupt noch einmal versteuert werden müssen, bleibt einer undurchschaubaren Politik vorbehalten“, sagt Jentsch.

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