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Auf der Außenbahn: Terzioglus Bewerbung für Friedens-Nobelpreis

CASTROP-RAUXEL Auf unserer Außenbahn sind heute wieder Leute im Sport unterwegs, die für die besondere Geschichte am Rande des Spieltags gesorgt haben. Wir haben sie notiert.

von Von Carsten Loos, Jörg Laumann und Jürgen Weiß

, 13.11.2007

Erol Bal, Vorstandsmitglied des SV Yeni Genclik, musste vor dem Lokalderby gegen Wacker Obercastrop umfangreichen Telefondienst verrichten. Schiedsrichter Karim Bouharrou (Gelsenkirchen) war auch eine Viertelstunde vor Spielbeginn nicht am Fuchsweg aufgetaucht. Woraufhin Bal den Schiedsrichter-Notdienst und den Staffelleiter informierte. Letztlich gelang es dem Funktionär kurz nach dem designierten Spielbeginn um 14.15 Uhr, Bouharrou selbst ans Handy zu bekommen. "Er ist am Platz von Victoria Habinghorst gelandet und wird gleich hier sein", gab er Entwarnung. Während der störungsfrei absolvierten Partie konnte Bal seine Rolle als Schiedsrichter-Assistent gleich weiterspielen - mit Fahne an der Linie.

 

Marc Olschewski, am Knie verletzter Mittelfeldspieler des VfB Habinghorst, nutzte den Spielausfall seines Landesliga-Teams zu einem Besuch bei den ex-Kollegen der Spvg Schwerin. Nicht nur am Ball, sondern auch am Handy flexibel, schlug er einem Gesprächspartner am anderen Ende der "Leitung" beim Treffer von Thomas Fojcik im Stile eines Spielervermittlers eine Bewerbung vor: "Der Koller (Spitzname des Schweriner Schützen zum 1:1, Anm.d.Red.) schießt nur einmal aufs Tor und trifft; den müssen wir holen!" Ob der Angerufene VfB-Trainer Dieter Beleijew war? Das verneinte Olschewski mit listigem Augenzwinkern.

 

Markus Dömer, neuer Deutscher Vize-Meister im Dreiband, konnte auch auf der Nachhausefahrt aus dem hessischen Staatsbad Bad-Wildungen, sein Glück nicht fassen. Telefonisch erwischt bei der Auffahrt Diemelstadt sagte Dömer: "Hier muss mich mal einer mehrfach kneifen, damit ich das Erreichte realisieren kann!" Ein ganz prädestinierter Akteur hätte sofort die "Quetsch-Methode" anwenden können: Dömer saß im Auto seines Mannschaftskollegen vom BC Horster Eck, Martin Horn, der sich die Dreiband-Krone zum fünften Mal aufsetzte und den Castrop-Rauxeler Billardspieler im Finale besiegte.

 

Zeki Terzioglu, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Yeni Genclik erwies sich während Lokalderbys gegen den Wacker Obercastrop als Kandidat für einen "kleinen Friedens-Nobelpreis". "Geht das auch auf Deutsch?" murrte ein Wacker-Anhänger, nachdem Terzioglu seinem Torjäger Alp Agar eine türkische Anweisung zugerufen hatte. Der schlagfertige Coach lieferte die deutsche Übersetzung prompt nach. "Brauchst Du es auch noch auf Englisch?", fragte er den forschen Zuschauer. Yeni-Co-Trainer Mehmet Girgin übte sich beim Stand von 1:1 in diplomatischen Verhandlungen. "Ehe Ihr hier nur einen Punkt mitnehmt, könnt Ihr doch auch gleich alle drei hierlassen", erklärte er den Zuschauern schmunzelnd. Die Wacker-Kicker hatten die feine Ironie offenbar nicht verstanden: Sie ließen tatsächlich in der Schlussminute das 2:1 für Yeni zu.

 

Christoph Pauly, Landesliga-Tischtennisspieler und mehrfacher Stadtmeister in Diensten von Roland Rauxel, hat offenbar eine nostalgische Ader. Während der Trainingsstunden mit dem Nachwuchs seines Stammvereins Post SV trug er zuletzt ein T-Shirt mit der Aufschrift: "Landesliga-Spitzenreiter 7. September 2007". Einige Wochen ist es jetzt her, dass die Roländer nach dem ersten Spieltag den ersten Platz inne hatten. Derzeit können die Rauxeler von diesen hohen Tabellen-Sphären als Achter nur träumen.

 

Karin Gaudigs, Tennisspielerin in Diensten des TC Castrop 06 und des RV Rauxel, nahm bei ihrer Wochenend-Bilanz eine sprachliche Anleihe bei Hape Kerkelins Kunstfigur Horst Schlämmer. Nach dem ersten Spiel in der neuen Hallen-Verbandsliga der Damen 30 und einem unerwarteten 1:5 mit dem TC 06 gegen den TC BW Soest (im Sommer als Damen-Mannschaft noch in die Oberliga aufgestiegen) sagte Gaudigs: "Ich musste erstmal die Sauna anmachen, ich hab? Beine."

    

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