Astrazeneca-Impfstopp: Inzwischen 13 Fälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet

Mögliche Nebenwirkungen

Weitere Vorfälle im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen sind in Deutschland bekannt geworden - zwölf Frauen und ein Mann litten unter Hirnthrombosen, drei davon starben.

18.03.2021, 15:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Impfstoff von Astrazeneca steht im Verdacht, das Risiko auf Hirnvenenthrombosen zu erhöhen.

Der Impfstoff von Astrazeneca steht im Verdacht, das Risiko auf Hirnvenenthrombosen zu erhöhen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Nach dem vorsorglichen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Mittel des Herstellers Astrazeneca sind weitere Vorfälle in Deutschland bekannt geworden. Inzwischen gebe es 13 gemeldete Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, wie das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Drei Patienten seien gestorben. Insgesamt handele es sich um zwölf Frauen und einen Mann zwischen 20 und 63 Jahren.

Angesichts derartiger Vorfälle sind die Impfungen mit Astrazeneca am Montag vorsorglich ausgesetzt worden – damals gab es sieben Fälle. Trotz der hohen Zahl von mehr als 1,6 Millionen Impfungen mit Astrazeneca ist dies demnach überdurchschnittlich viel. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Donnerstag voraussichtlich eine Einschätzung zum weiteren Vorgehen abgeben.

Astrazeneca: WHO spricht sich vorerst für weiteren Gebrauch aus

Das Europabüro der Weltgesundheitsorganisation WHO warnt nach dem vorübergehenden Aussetzen des Einsatzes des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca in mehreren Ländern vor voreiligen Schlüssen. „In Impfkampagnen ist es Routine, potenzielle unerwünschte Ereignisse zu melden.

Jetzt lesen

Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass die Ereignisse mit der Impfung in Verbindung stehen“, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner Onlinepressekonferenz in Kopenhagen. Dass solche Fälle entdeckt, untersucht und bewertet würden, sei ein Zeugnis für die genauen Überwachungs- und Regulierungsmechanismen.

„Vorteile der Impfung überwiegen“

Bislang wisse man nicht, ob einige oder alle der Erkrankungen durch die Impfung oder andere Faktoren verursacht worden seien, sagte Kluge. „Zu diesem Zeitpunkt überwiegen allerdings die Vorteile des Astrazeneca-Impfstoffes klar dessen Risiken. Und sein Gebrauch sollte fortgesetzt werden, um Leben zu retten.“

Kluge machte darauf aufmerksam, dass Venenthrombosen (Blutgerinnsel in den Venen) die dritthäufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung der Welt seien. Sie kämen in der Bevölkerung unabhängig davon vor, ob man geimpft werde oder nicht. Die Covid-19-Impfung werde Erkrankungen oder Todesfälle durch andere Ursachen nicht verringern.

RND/ dpa

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt