Armin Mueller-Stahl brachte Hollywood nach Hagen

Neue Ausstellung

Ausstellungseröffnungen sind im Osthaus-Museum in Hagen meist gut besucht. Die am Samstagnachmittag war lange zuvor ausverkauft, Klappstühle wurden knapp, und auf der Treppe drängten sich Besucher. Armin Mueller-Stahl brachte Hollywood-Glanz nach Hagen - als Maler von rund 180 "Menschenbildern" in einer grandiosen Ausstellung (wir berichteten am Freitag), als Mensch und am Schluss auch noch als Dichter und Schauspieler.

HAGEN

, 25.06.2017, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein feiner Herr betrat da, begleitet vom aufgeregten Museumsleiter Tayfun Belgin, um 15 Uhr das Haus. Die Ausstellung, die bis 3. September Kunstfreunde begeistern wird, hatte der Schauspieler mit Ehefrau Gabriele Scholz schon am Freitag besichtigt.

Ein Herzenswunsch

"Wir sind begeistert. Die Räume sind die in diesem Museum so schön, die ziehen richtig rein in die Ausstellung", sagt Gabriele Scholz. Es ist die erste und größte Museumsausstellung des Künstlers in Westdeutschland.

Armin Mueller-Stahl nippt am Sekt, stößt in der Museums-Lounge mit den Museumsfreunden an, signiert dem Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz noch mal extra die Lithografie, die das Museum nach seiner Zeichnung von dem Hagener Schriftsteller Ernst Meister hat drucken lassen. "Was soll ich schreiben? Für Erik?", fragt Mueller-Stahl.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Armin Mueller-Stahl in Hagen

Armin Mueller-Stahl ist nicht nur ein bekannter Schauspieler, er malt auch hervorragend. Das Osthaus-Museum Hagen widmet ihm nun die bisher größte Ausstellung in Westdeutschland. Zur Eröffnung kam der Hollywood-Star mit seiner Frau.
25.06.2017
/
Armin Mueller-Stahl zeigte seine Ausstellung "Menschenbilder" im Osthaus-Museum Hagen. Zu Eröffnung war er persönlich angereist.© Foto: Foltynowicz
Im Beisein der Stadtspitze trug er sich in das Goldene Buch ein, das in Hagen blau ist. © Foto: Foltynowicz
Hier sein Eintrag. Der Füller streikte etwas. © Foto: Foltynowicz
Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz mit einer Lithografie Ernst Meisters, die der Künstler der Stadt schenkte. Meister ist ein bedeutender, aber fast vergessener Schriftsteller aus Hagen. Museumsdirektor Tayfun Belgin hatte Mueller-Stahl gebeten, sich des Motivs anzunhehmen. © Foto: Foltynowicz
Der Schauspieler entpuppte sich als ein sehr feiner ältere Herr. © Foto: Foltynowicz
Erstaunlich auch seine Bilder, der Künstler befasst sich mit vielen aktuellen Persönlichkeiten. Hier ein Werk über Papst Franziskus.© Foto: Foltynowicz
Eine ganze Wand zeigt Arbeiten in Mischtechnik auf Papier.© Foto: Foltynowicz
Die Ausstellungseröffnung war ausverkauft, mehr Gäste konnte das Museum nicht aufnehmen. Direktor Tayfun Belgin führte in das Werk des Künstlers ein. © Foto: Foltynowicz
Seine Frau Gabriele Scholz - neben ihm ganz in Schwarz - war mitgekommen. © Foltynowicz
Der Künstler trug ein eigenes Gedicht vor - eine brillante Darbietung. © Foto: Foltynowicz
Seine Ausstellung ist wirklich einen Besuch wert. Die 180 Bilder sind noch bis zum 3. September 2017 zu sehen. © Foltynowicz

Freundlich ist der 86-Jährige, schlägt keinem einen Wunsch ab. "Es ist eine Ehre, hier ausgestellt zu sein", schreibt er in das Goldene Buch der Stadt, das ein blaues Buch ist, schimpft lächelnd, dass die Tinte im Füllfederhalter knapp ist: "Ich mal' noch mal nach, schließlich bin ich Maler."

Kurz darf sich der Schauspieler ohne Publikum ausruhen, in der Halle warten die Gäste der Feierstunde. Zwei Schülerinnen der Musikschule spielen auf zwei Geigen, weil Mueller-Stahl früher Geige gelernt hat. Lächelnd hört der Hollywoodstar in der ersten Reihe zu, posiert später mit den Mädchen für Fotos und wünscht "viel Erfolg für den langen Weg".

Museumsdirektor Tayfun Belgin führt in das Werk ein, das so viele Künstlerpersönlichkeiten in Porträts in seinem Museum versammelt. Viele schauen die Betrachter skeptisch, zumindest nachdenklich an. "Das Leben besteht nicht nur aus Komödie, es ist auch Tragödie und Leiden", hatte Mueller-Stahl zuvor in der Lounge erklärt. Belgin spricht von einem "Herzenswunsch", den der Schauspieler ihm mit der Ausstellung und der Tatsache, dass er sie selbst eröffnet, erfülle.

Gedicht als Kammerspiel

Nach einer Stunde steht Armin Mueller-Stahl auf: "Ich bin gebeten worden, zwei Worte zu sagen. Ich möchte ein Gedicht rezitieren, das sind ein paar Worte mehr", sagt er. Dann folgt ein Kammerspiel mit der Stimme, eine berlinerte Hommage an Menschen, die älter als 60 Jahre sind. "Und ich liebe wie ein Kind, wenn die Leute glücklich sind", endet das Gedicht. Armin Mueller-Stahl hat die Menschen am Samstag glücklich gemacht und macht sie mit seiner Kunst noch bis September glücklich.

Osthaus-Museum Hagen: "Menschenbilder" von Armin Mueller-Stahl, Hochstraße 73, bis 3.9.2017, Di-So 11-18 Uhr, Katalog 20 Euro.