Anklage: 15-Jährige rammt eigener Mutter (46) ein Messer in die Brust - und verhöhnt sie

dzLandgericht Bochum

Eine 15-Jährige soll in Bochum versucht haben, ihre eigene Mutter zu erstechen. Nur eine Notoperation rettete das Leben der 46-jährigen Frau. Doch auch die Mutter ist angeklagt.

Bochum

, 03.12.2019, 20:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil sie versucht haben soll, ihre eigene Mutter (46) zu erstechen, muss sich eine Teenagerin aus Bochum seit Dienstag vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Staatsanwalt Danyal Maibaum wirft der jugendlichen Angeklagten vor, am 3. Mai ihrer Mutter bei einem Streit ein Küchenmesser Klinge in die linke Brust gerammt zu haben. Die 46-jährige Frau überlebte nur dank einer Not-Operation.

Nach der Attacke soll die heute 16-Jährige, aber zur Tatzeit noch 15 Jahre alte Angeklagte zunächst auch noch mehrere Polizeibeamte angegriffen, bepöbelt, bespuckt und mit Blick auf ihre schwer verletzte Mutter sogar gerufen haben: „Hoffentlich verreckt die Alte!“

Mutter bereits vor der Tat zusammengeschlagen

Vor der Messerattacke soll die 16-Jährige ihre Mutter bereits gemeinsam mit ihrem Freund brutal zusammengeschlagen haben. Der 28-jährige Partner ist im Prozess ebenfalls angeklagt, befindet sich aber anders als die Teenagerin derzeit noch auf freiem Fuß. Die Messerattacke legt die Staatsanwaltschaft von vorneherein allein der Tochter zur Last.

Neben der Messerattacke muss sich die 16-Jährige auch noch wegen zahlreicher weiterer Anklagepunkte verantworten. Die offenbar schwer suchtkranke Jugendliche soll unter anderem mehrfach gestohlen, volltrunken und hilflos auf der Straße gelegen, Rettungskräfte attackiert, gebissen, beleidigt und bespuckt haben.

„Schlage Dir so in den Bauch, dass Du keine Kinder mehr kriegen kannst“

Einer Kassiererin in einem Supermarkt soll sie nach einem aufgeflogenen Ladendiebstahl gedroht haben: „Ich werde Dir gleich so feste in den Bauch schlagen, dass Du keine Kinder mehr kriegen kannst.“

Bizarre Randnotiz: Der damals schwer verletzten Mutter wird aktuell am Bochumer Landgericht ebenfalls der Prozess gemacht. Es geht dabei unter anderem um einen Überfall auf eine Bochumer Tankstelle mit einer angeblich mit HI-Viren verunreinigten Spritze.

Unterbringung in der Psychiatrie?

Die Richter der 3. Jugendkammer werden in dem mindestens bis zum 30. Januar 2020 andauernden Prozess auch prüfen, inwieweit die 16-Jährige künftig als Gefahr für die Allgemeinheit im Maßregelvollzug (geschlossene Straftäter-Psychiatrie) untergebracht werden muss.

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