Akte X - Ein Mysterium kehrt zurück

Wahrscheinlich war ein zweiter "Akte X"-Film unvermeidbar. Trotzdem ist Chris Carters "Akte X - Jenseits der Wahrheit", der zweite Kinoableger der revolutionären, 1993 ins Leben gerufenen Serie, ein Wagnis - in künstlerischer, erzählerischer Hinsicht.

von Von Sascha Westphal

, 22.07.2008, 17:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zehn Jahre nach ihrem ersten Kinoauftritt kehren die FBI-Agenten Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson) am Donnerstag auf die Leinwand zurück.

Zehn Jahre nach ihrem ersten Kinoauftritt kehren die FBI-Agenten Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson) am Donnerstag auf die Leinwand zurück.

Schließlich endete die Serie vor sechs Jahren, und der erste Kinofilm liegt sogar schon ein ganzes Jahrzehnt zurück. Wie früher müssen Dana Scully (Gillian Anderson) und Fox Mulder (David Duchovny) wieder einmal in einem Fall ermitteln, der alle rationalen Überzeugungen in Frage stellt. Nur sind sie längst nicht mehr für die Regierung tätig. Mulder lebt als Einsiedler und Flüchtling vor dem FBI auf einem abgelegenen Anwesen. Scully ist nun als Kinderärztin an einem katholischen Krankenhaus tätig. Doch als eine FBI-Agentin spurlos verschwindet, holt man die beiden zurück und lässt alle Anklagen gegen Mulder fallen. Die einzigen Hinweise auf den Verbleib der entführten Agentin stammen von Pater Joseph Crissman (Billy Connolly), einem vielfachen Kinderschänder und ehemaligen Priester, der behauptet, Visionen zu haben.

Der Fall der verschwundenen Agentin, der sich bald zu einem modernen Horrorszenario ausweitet, passt perfekt ins "Akte X"-Gefüge. Wie schon in der Serie bedient sich Chris Carter wieder ausgiebig bei klassischen Genremotiven, denen er einfach einen aktuellen Twist gibt. Das ist routiniert gemacht und auch recht spannend. Trotzdem bleibt die Frage, ob diese Geschichte unbedingt noch erzählt werden musste.

Aber letztlich ist der Fall nur ein Aufhänger, um das Universum der Serie aus einem etwas anderen Blickwinkel zu betrachten. Wenn Mulder und Scully davon sprechen, dass sie glauben wollen, geht es nicht mehr um Aliens oder Verschwörungen. Sie ringen mit ihrem Glauben an Gott und um einen Sinn für ihr Leben.

So wird Billy Connollys mitreißendes Porträt eines gefallenen Priesters zu einem Spiegel, in dem wir Mulder und Scully noch einmal neu entdecken und der dem Akte X"-Universum zudem eine unerwartete spirituelle Dimension eröffnet.

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