Ai Weiwei kommt ins Ruhrgebiet

Ausstellung Emscherkunst 2013

Ai Weiwei, durch seine mutige Kritik am chinesischen Regime zum Superstar der Kunst-Szene avanciert, macht bei der nächsten "Emscherkunst" mit. Für diese große Freiluftausstellung im Jahr 2013 wird er ein Kunstwerk schaffen. Schon im Juni oder Juli dieses Jahres wird der Künstler zu einem ersten Besuch an der Emscher erwartet.

BOTTROP

von Von Bettina Jäger

, 23.04.2012, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Das ist auch ein deutliches politisches Signal", räumte Florian Matzner, Kurator der Emscherkunst, ein. Aber entscheidend sei die Qualität der Arbeit. Und die dürfte bei Ai Weiwei - der neben seinem politischen Mut als herausragender Konzeptkünstler gilt - gegeben sein. Matzner: "Wir sind sehr gespannt, was er für Projektvorschläge macht."Zusage kam telefonisch

Ein Mitarbeiter Ai Weiweis hatte sich das Gebiet der Emscherkunst bereits angeschaut, am Freitag war dann telefonisch die Zusage gekommen. Nun hofft das Emscherkunst-Team, dass das Reiseverbot für Ai Weiwei bald aufgehoben wird.100 Tage im Jahr 2013

Die erste Emscherkunst-Ausstellung hatte im Kulturhauptstadtjahr 200 000 Besucher. Die Kunstwerke standen unter freiem Himmel auf der Insel zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher und waren per Fahrrad prima zu erkunden. Die Fortsetzung vom 22. Juni bis 6. Oktober 2013 sei ein Beispiel für die Nachhaltigkeit der Kulturhauptstadt, betonte Katja Aßmann, Leiterin der "Urbanen Künste Ruhr". Diese Tochter der Kultur Ruhr GmbH war gegründet worden, um Projekte der Ruhr.2010 weiterzuführen. Mit 1,5 Millionen Euro unterstützt das Aßmann-Team die Ausstellung. Die Emschergenossenschaft zahlt eine ähnliche Summe. 1,25 Millionen Euro gibt das Land NRW. Die Pläne sind spektakulär - hier eine erste Auswahl:

  • Die Künstlergruppe "Inges Idee" will einen tanzenden Strommasten errichten.
  • Der Belgier Hans Op De Beeck plant ein "Kleines Stelzenhausdorf".
  • Apolonija Sustersic baut (mit dem Bochumer Architekten Dietmar Riecks) einen Jugendtreff in Oberhausen-Holten. Das Gebäude versteckt das Team unter Grashügeln.
  • Tomás Saraceno gilt als der "Jules Verne des 21. Jahrhunderts". Er baut schwebende Ballons, in denen sich Menschen aufhalten können.
  • Auch Kunst-Promis wie Daniel Buren und Michael Sailstorfer machen mit.
  • Die KunstVereineRuhr - darunter der Bochumer Kunstverein und die Galerie januar, das Künstlerhaus und der Kunstverein Dortmund sowie Virtuell-Visuell Dorsten - planen unter dem Titel "Blowing free" ein Containerdorf im Kaisergarten Oberhausen mit Kunst und "kulinarischen Ereignissen".

Das Gebiet der Emscherkunst, das 2010 bis Castrop-Rauxel reichte, verschiebt sich in Richtung Rhein. Es wird das "Emscher-Delta" zwischen Duisburg und Dinslaken umfassen und nur bis Gelsenkirchen gehen. Kritik gab es bei der ersten Schau an der praktischen Umsetzung. Statt eines einzigen Besucherzentrums sind nun vier geplant. Dort gibt´s Leihfahrräder und Streckenpläne.

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