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Ausdrucksstarkes jiddisches Liedgut

11.11.2007

Ausdrucksstarkes jiddisches Liedgut

<p>Beeindruckend: Sängerin Lucette van den Berg und Gitarrist Reinout Vrishoef im Fürstensaal. Meisel-Kemper</p>

Ahaus Im Anschluss an den Gedenkgang zur Erinnerung an die Pogromnacht brachte das Konzert der niederländischen Sängerin Lucette van den Berg im Fürstensaal des Schlosses die Teilnehmer der ausgelöschten, jüdischen Kultur ein Stück näher. Mit dem Abschiedslied "Seid gesund" hatte sie den Gedenkgang bereits bereichert.

Zusammen mit dem Gitarristen Reinout Vrishoef zauberte sie eine Atmosphäre von Melancholie, Sehnsucht, Traurigkeit und Hoffnung.

Seit Jahren widmet sich van den Berg, die selbst jüdische Wurzeln hat, als Sängerin und als Komponistin dem jiddischen Liedgut. Internationale Anerkennung bestärkte sie darin.

Warm und ausdrucksstark temperierte sie ihre Stimme und ihre sparsame Gestik, die im Zusammenspiel mit Vrishoef eine fesselnde Wirkung entfaltete, die alle Anwesenden nachhaltig beeindruckte. Manchmal waren es Luftschlösser, die sie besang. Poetisch-berührende Liebeslieder gehörten ebenso dazu. "In der Finsternis bist du", war eine der Aussagen mit tröstlicher Wirkung.

Immer wieder sang sie Lieder der hochbetagten Beyle Schachter-Gottesmann, die sie erst vor einer Woche noch in New York besucht hatte. Die Liedinhalte handeln von der Frau, die beim Ghettoaufstand den ersten Schuss abgibt, oder von zwei Tauben, die sich küssen und dennoch getrennt werden.

Mit dem Lied "Silberstern" besang sie die Geliebten, die nicht mehr da sind. Geschichten von Schmerz, Abschied und Sehnsucht begleiten das jüdische Volk seit Jahrhunderten. In van den Berg haben sie eine moderne Interpretin gefunden, die mit Herz diese Geschichten in ihrer Musik lebt. emk

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