Neue Pläne: Abriss von Herz-Jesu-Kirche in Bocholt geplant

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Das erst vor wenigen Wochen profanierte Gebäude der Herz-Jesu-Kirche soll voraussichtlich im nächsten Jahr abgerissen werden. Für die Fläche gibt es andere Pläne.

von Theo Theissen

Bocholt

, 29.11.2019, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Grundstück der ehemaligen Kirche soll Platz geschaffen werden für den Bau eines stationären Hospizes.

So jedenfalls möchten es Dr. Thomas Bröcheler, Geschäftsführer der Stiftung Haus Hall, Heinrich Grunden, Vorsitzender der Hospizstiftung Omega Bocholt, und Rafael van Straelen, Pfarrer von Liebfrauen. Die beiden Bocholter Architekten, die mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt worden sind, seien unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gelangt, dass das Kirchengebäude den Anforderungen an ein stationäres Hospiz nicht genüge. Da ein entsprechender Umbau wesentlich teuer sei, habe man sich darauf verständigt, das Gebäude abzureißen, sagte Bröcheler.

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Pfarrer van Straelen findet dies bedauerlich. „Das wird viele Gemeindemitglieder treffen und traurig stimmen“, sagte er am Freitag, als die Hospizpläne vorgestellt wurden. Das rund 800 Quadratmeter große Hospizgebäude soll auf dem rund 2300 Quadratmeter großen Grundstück gebaut werden, das der Kirchengemeinde Liebfrauen abgekauft wurde.

Das Hospiz wird an der Stelle gebaut, an der zurzeit noch die Herz-Jesu-Kirche steht. Das gesamte Kirchengrundstück im Zentrum der Giethorst-Siedlung ist fast 7000 Quadratmeter groß. Auf ihm stehen neben dem Pfarrheim noch eine Schule und ein Kindergarten. Dort, wo der 24 Meter hohe Turm der Herz-Jesu-Kirche steht, soll eine Wandscheibe, in der ein Tauffenster der ehemaligen Kirche eingelassen ist, an die Kirche erinnern.

Hospizgebäude wird ein zweigeschossiger Flachbau

Das Hospizgebäude wird ein zweistöckiger Flachbau. Auf jeder Etage sind fünf Zimmer geplant, von denen jeweils vier für Hospizbewohner und jeweils eines für Besucher und Gäste vorgesehen sind. Geplant ist auch ein überkonfessioneller „Raum der Stille“, der bei Bedarf für Gruppen oder Veranstaltungen genutzt werden kann.

Im Hospiz, das bei Bedarf auch Gästen aus Bocholts umliegenden Gemeinden zur Verfügung stehen soll, werden etwa 20 Mitarbeiter für die Betreuung und Verpflegung der Bewohner zuständig sein. Neben zwölf Parkplätzen für die Besucher und einem großen Besprechungsraum für die Mitarbeiter sei für die Bewohner des Hospizes ein großer Garten mit vielen Grünflächen geplant. „Unser Ziel ist es, das Hospiz 2022 zu eröffnen“, sagte Bröcheler.

Um die Baugenehmigung zu erhalten, muss der Bebauungsplan im Bereich der ehemaligen Herz-Jesu-Kirche geändert werden – und das möglichst schon in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Bau am kommenden Donnerstag, 5. Dezember. „Wir hoffen natürlich, dass alles vom Ausschuss so genehmigt wird, wie wir es uns vorstellen“, sagt Grunden. Im Vorfeld seien bereits viele Gespräche mit der Stadtverwaltung gelaufen.

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