22-Jähriger aus NRW in London wegen Terrorverdachts verhaftet

Terrorismus

In London ist ein 22-Jähriger aus NRW festgenommen worden. Er wird verdächtigt, einer Gruppe IS-Anhängern aus Ratingen anzugehören. In Deutschland galt er bereits als Prüffall.

London/Düsseldorf

20.10.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Scotland Yard beschuldigt den deutschen Terrorverdächtigen, in fünf Fällen terroristische Propaganda-Videos verbreitet zu haben.

Scotland Yard beschuldigt den deutschen Terrorverdächtigen, in fünf Fällen terroristische Propaganda-Videos verbreitet zu haben. © picture alliance / Leonard Kehns

Ein 22-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen ist in London wegen Terrorverdachts festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Laut „Spiegel“ lief Florian F. bei den deutschen Sicherheitsbehörden bereits als Prüffall - der Vorstufe von Gefährder. Er werde verdächtigt, einer Gruppe IS-Anhängern aus Ratingen anzugehören.

Scotland Yard beschuldigt den Deutschen laut Mitteilung, in fünf Fällen terroristische Propaganda-Videos verbreitet zu haben. „Wir hatten ihn im Blick und stehen im Austausch mit den englischen Behörden“, sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf am Dienstag. Mehr könne man momentan nicht sagen. Ratingen ist eine Nachbarstadt Düsseldorfs.

Angeklagter habe IS-Propaganda-Videos verschickt

Wie Scotland Yard bereits am Sonntagabend mitteilte, wurde Florian F. am 12. Oktober am Flughafen Stansted festgenommen. Laut „Spiegel“ wollte er nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in Großbritannien offensichtlich zurück nach Deutschland fliegen. Laut der Zeitung „Daily Mail“ war der Deutsche nach Großbritannien gekommen, um dort Arbeit zu suchen.

Bei einer Anhörung vor Gericht am Montag habe der Ankläger dem Deutschen vorgeworfen, einem Bekannten IS-Propaganda-Videos geschickt zu haben. In diesen seien unter anderem Enthauptungen zu sehen gewesen. Florian F. sei de facto ein Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat, so der Anklagevertreter. Der Richter verwies den Fall laut „Daily Mail“ an den Zentralen Strafgerichtshof, wo er am 6. November verhandelt werden soll.

dpa

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