18 Corona-Fälle nach Restaurantbesuch: „Das ist übel gelaufen“

Corona

18 bestätigte Corona-Fälle hat offenbar ein Restaurantbesuch in Ostrfriesland ausgelöst. Mehr als 100 Menschen sind in Quarantäne. Der Betreiber des Restaurants räumt zwei Corona-Verstöße ein.

Moormerland

25.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Übel gelaufen“: Im Landkreis Leer gibt es mehrere Corona-Infektionen bei Menschen, die das Restaurant „Alte Scheune“ besucht haben.

„Übel gelaufen“: Im Landkreis Leer gibt es mehrere Corona-Infektionen bei Menschen, die das Restaurant „Alte Scheune“ besucht haben. © picture alliance/dpa

Der niedersächsische Landkreis Leer sucht nach den positiven Corona-Tests infolge eines Restaurantbesuchs in Ostfriesland weiter nach den Gründen für die Infektionen. Es werde geprüft, ob es in dem Lokal Verstöße gegen die Corona-Auflagen gab, sagte ein Sprecher des Landkreises. Einen Zwischenstand wollte er am Sonntag dazu nicht abgeben. „Das müssen wir abwarten“, sagte er.

Falls sie sich tatsächlich in dem Lokal „Alte Scheune“ angesteckt haben, wäre dies der erste bekannt gewordene Fall dieser Art seit Wiedereröffnung der Gaststätten. Der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Niedersachsen, Rainer Balke, sagte im Interview der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ über den Fall in Moormerland: „Da wurde offenbar einiges falsch gemacht, und es ist übel gelaufen.“

Über mögliche Konsequenzen für die aktuell getroffenen Maßnahmen, was Restaurantbesuche betrifft, sagte Balke: „Wir sind der Überzeugung, dass unsere Vorgaben genau das sind, was wir jetzt brauchen.“ Man befände sich aber in einem Lernprozess: „Natürlich machen wir uns Gedanken, wie wir die Maßnahmen weiter optimieren können.“

Inzwischen 18 positiv getestete Personen

Die Zahl der positiv auf Corona Getesteten, die am 15. Mai in geschlossener Gesellschaft in dem Lokal in Moormerland waren, war im Laufe des Sonntags auf 14 gestiegen, hinzu kamen vier weitere Personen, die sich in der Folge angesteckt hatten. Für 118 Menschen wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

Darunter sollen auch Mitarbeiter der Papenburger Meyer-Werft sein. Einen entsprechenden Bericht des NDR bestätigte ein Firmensprecher am Montagmorgen. Dem NDR zufolge müssen „Mitglieder der Werft-Geschäftsführung und fast der gesamte Betriebsrat“ zu Hause bleiben.

Eine Befragung der Gäste, die am 15. Mai im Restaurant waren, habe „Indizien geliefert, dass an dem Abend möglicherweise gegen Corona-Auflagen verstoßen wurde“, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises. Diesen Hinweisen werde in einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren nachgegangen, einschließlich einer Anhörung des Betreibers.

Betreiber räumen zwei Corona-Verstöße ein

Der Inhaber des Restaurants, der sich auch selbst mit dem Virus angesteckt hat, hatte am Wochenende gesagt, er wisse nicht, ob sich das Virus am 15. Mai beim Eröffnungsabend seines Lokals verbreitet habe. Es sei auch möglich, dass sich die Menschen vor oder nach dem Abend infiziert hätten.

Zwei Verstoße räumten die Betreiber allerdings ein. Der Inhaber und Chefkoch, der ebenfalls positiv auf Corona getestet wurde, habe seine Eltern „in der Euphorie des geglückten Pre-Openings“ umarmt. Danach habe er sich zu ihnen in den Gastraum gesellt, ohne einen Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann sah in dem Ausbruch jedoch keine Notwendigkeit, vom Lockerungskurs für die Gaststätten abzurücken. „Nach ersten Erkenntnissen ist das Infektionsgeschehen nicht auf einen normalen Restaurantbesuch zurückzuführen, stattdessen wurde dort offenbar eine private Party gefeiert“, sagte die SPD-Politikerin am Samstag.

Am Montag tritt in Niedersachsen die dritte von fünf Lockerungsstufen in Kraft. Unter anderem dürfen Restaurants dann wieder mehr als die Hälfte der Plätze vergeben - der vorgeschriebene Mindestabstand aber bleibt bestehen.

Außerdem dürfen Hotels mit einer Auslastung von bis zu 60 Prozent wieder öffnen, auch Freibäder und Fitnesscenter können den Betrieb wieder aufnehmen. Zudem gibt es Lockerungen im sozialen Bereich, etwa in Bezug auf Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Tagesförderstätten.

RND/dpa

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