1.300 Euro für ein Pokalticket: VfL Bochum beauftragt Dortmunder Kanzlei

Spiel gegen Bayern München

In Bochum hat der Kartenverkauf für das Pokalduell gegen Bayern München begonnen. Die Nachfrage ist groß, Tickethändler wittern ihre Chance. Dortmunder Anwälte sollen jetzt eingreifen.

Bochum

, 12.09.2019, 08:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
1.300 Euro für ein Pokalticket: VfL Bochum beauftragt Dortmunder Kanzlei

Volle Fankurve beim VfL Bochum: Gegen Bayern München ist das wieder der Fall. © picture alliance / Roland Weihrauch

Das Pokalspiel des VfL Bochum gegen den FC Bayern München wird aller Voraussicht nach in einem ausverkauften Vonovia Ruhrstadion stattfinden. Alle Sitzplatztickets sind nach dem Verkaufsstart am Mittwoch vergriffen. Lediglich 1.000 Stehplätze sind noch zu haben – allerdings nur für Vereinsmitglieder oder Dauerkarteninhaber.

Kein freier Verkauf

Genau diese Einschränkungen haben dazu geführt, dass die Verantwortlichen ein positives Fazit ziehen. „Vom Ablauf her hat alles reibungslos funktioniert“, sagt Knut Keymer, Cheforganisator beim VfL. Den Verkauf hat der Klub vorwiegend über den eigenen Online-Shop bewältigt. So sollte verhindert werden, dass Fans stundenlang anstehen müssen. Trotzdem traf der erste Fan nach eigener Ankunft schon gegen 2.30 Uhr ein, fünfeinhalb Stunden später öffnete der Fanshop. Ein kleines Kontingent wurde extra für den analogen Verkauf zurückgehalten.

Die Gesamtkapazität für das Pokalspiel am 29. Oktober liegt bei 26.600 Zuschauerplätzen. Theoretisch könnten die Bochumer weit mehr als das Doppelte an Tickets verkaufen – so viele Kartenwünsche haben den Klub zuletzt erreicht. Um die treuen Fans zu belohnen, gehen Tickets aber ausschließlich an Vereinsmitglieder oder Dauerkarteninhaber. Ein freier Verkauf ist gar nicht erst geplant.

VfL will Tickethändler stoppen

Die hohe Nachfrage führt allerdings dazu, dass Fans die Chance wittern, mit ihren Eintrittskarten eine hohen Gewinn zu erzielen. Deshalb hat der VfL jetzt angekündigt, konsequent gegen Tickethändler auf dem Schwarzmarkt vorzugehen. Hierfür hat der Zweitligist extra Anwälte aus Dortmund beauftragt. Die Kanzlei Becker Haumann Gursky vertritt bereits zahlreiche Bundesligisten, darunter auch den BVB. Sie ist darauf spezialisiert, gegen den Weiterverkauf von Tickets zu überhöhten Preisen vorzugehen. Dies ist in den Geschäftsbedingungen vieler Vereine ausdrücklich untersagt, so auch beim VfL.

Offensichtlich hat der rechtliche Beistand auch schon eine abschreckende Wirkung. Auf „Ebay“ zum Beispiel waren am Mittwochabend fast keine Kleinanzeigen oder Auktionsangebote zu finden. Auf „Viagogo“ dagegen werden Haupttribünenkarten für bis zu 1.300 Euro angeboten. Kommt der VfL den Anbietern auf die Schliche, drohen empfindliche Abmahngebühren und womöglich auch der Entzug der Vereinsmitgliedschaft.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt