Wegen der Coronakrise bleibt die Jugendherberge in Reken länger geschlossen als geplant. © Tim Schulze
Coronavirus

Wegen Corona: Rekener Jugendherberge bleibt länger geschlossen als geplant

Die Rekener Jugendherberge bleibt länger geschlossen, als zunächst angenommen. Der Trägerverband hat angekündigt, das Haus nicht mehr in diesem Jahr zu öffnen. Doch wie soll es weitergehen?

Die Rekener Jugendherberge bleibt noch bis Ende des Jahres aufgrund der Folgen der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Wegen der Pandemie kämen keine Schulklassen und Gruppen, die jedoch bis zu 80 Prozent der Belegung ausmachen würden, begründet Guido Kaltenbach, der Geschäftsführer des Landesverbands Westfalen-Lippe des Deutschen Jugendherbergswerks, das Vorgehen.Neben dem Haus in der Mühlengemeinde seien elf weitere Standorte des Landesverbands betroffen. Kaltenbach betont, dass es sich um vorübergehende Schließungen handele. „Die Buchungen für 2021 sehen bisher gut aus. Wir gehen fest davon aus, im nächsten Jahr wieder durchzustarten.“

Öffnung war nach den Sommerferien geplant

Ende Mai hatte der Landesverband noch angekündigt, dass die Rekener Jugendherberge nach den Sommerferien wieder öffnen werde. Jetzt heißt es in einer Pressemitteilung, der Betrieb sei bis Ende des Jahres „leider wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“. Oliver Engelhardt, Pressesprecher des Landesverbands, erklärt auf BZ-Nachfrage, man habe die Hoffnung gehabt, dass fürs zweite Halbjahr von Gruppen gebuchte Übernachtungen wahrgenommen würden. Inzwischen seien aber weitere Stornierungen eingegangen. Daher würde sich eine Öffnung nicht mehr lohnen. „Man fährt dabei ein bisschen auf Sicht“, räumt Engelhardt ein.

Für Reken ist diese Entscheidung bedauerlich

Stefan Nienhaus, der Vorsitzende des Borkener Kreisverbands im Deutschen Jugendherbergswerk, sagt, es sei schade, dass die 134 Betten der Jugendherberge für Kurzurlauber bis Jahresende nicht zur Verfügung stehen. Er betont, dass es in Reken und Umgebung viele reizvolle Naherholungsangebote gebe, die von Familien gern genutzt werden. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Entscheidung des Landesverbands nachvollziehbar. Für unseren Ort ist sie bedauerlich“, so Nienhaus.In der Mitteilung des Landesverbands heißt es, dass die Jugendherbergen „nach jetzigem Stand der Dinge“ nicht in ihrer Existenz bedroht seien. Die temporären Schließungen würden dazu dienen, noch größere wirtschaftliche Schäden abzuwenden. Verluste würden von einem Rettungsschirm des Landes abgefedert. Wie berichtet, hatte das Land NRW ein Rettungspaket für Träger der Jugend- und Jugendsozialarbeit mit einem Volumen von 72 Millionen Euro aufgelegt.

Einnahmeverluste müssen kompensiert werden

Allerdings, heißt es weiter, deckten die Hilfen nur den Zeitraum bis Ende August dieses Jahres ab. „Wir warten auf das Startsignal, die Anträge auf weitere Billigkeitsleistungen des Landes vorzubereiten, um die Einnahmeverluste ab September bis Dezember 2020 zu kompensieren“, schreibt der Landesverband.Ferner werde geprüft, „ob wir Mittel aus den Anfang Juli aufgelegten Programmen des Bundes erhalten können“. Der Landesverband hofft, dass er die Krise durch Kurzarbeit und einen Investitionsstopp ohne Entlassungen und Standort-Schließungen überstehen wird.

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