Die Vorbereitungen auf den Wintereinbruch laufen auf Hochtouren. Hier wird ein ESB-Räumfahrzeug mit einem Schneeschild ausgerüstet. © Sven Betz
Extremwetter

Vor angekündigtem Winterchaos: Winterdienst in Bocholt rüstet auf

Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage einen heftigen Wintereinbruch voraus. Der Winterdienst in Bocholt bereitet sich auf auf anstrengende Einsatztage vor. Ein Blick hinter die Kulissen.

Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage einen heftigen Wintereinbruch voraus. Für dieses Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst sogar eine Unwetterwarnung herausgegeben. Am Anfang der kommenden Woche drohen viel Schnee, Eisregen und Kälte.

In Bocholt ist es die Aufgabe des ESB (Entsorgungs- und Servicebetrieb) für freie Straßen zu folgen. Wir haben nachgefragt hat, wie die Vorbereitungen auf diese extreme Wetterlage laufen und was alles beachtet werden muss.

Es stehen aktuell rund 400 Tonnen Salz zur Verfügung. Das reicht – abhängig von der konkreten Wetterlage – für rund zehn Volleinsätze. Der ESB kann zudem jederzeit Salz nachordern. Aufgrund des bisher relativ milden Winters gibt es bei den Produzenten aktuell ausreichend große Salzvorräte. Zu berücksichtigen ist dabei, dass bei einer kurzfristig bundesweit großen Nachfrage, Autobahnmeistereien und Landesbetriebe üblicherweise vorrangig beliefert werden. Streusalz kann bei trockenen Bedingungen rund drei Jahre im Lager bleiben.

Wie groß ist der Salzvorrat des Winterdienstes in Bocholt?

„Der ESB ist während der kompletten Winterzeit auf mögliche Winterdiensteinsätze vorbereitet, so auch am kommenden Wochenende“, heißt es aus dem Rathaus. Erfahrene Winterdiensteinsatzleiter erstellen detaillierte Bereitschaftspläne, sichern eine kontinuierliche Auffüllung der Salzvorräte und eine regelmäßige Kontrolle der Einsatzfahrzeuge. Außerdem wurden Fahrzeugführer des ESB in den letzten Jahren gezielt für Einsätze bei schwierigen Witterungsbedingungen geschult.

Wie bereitet sich der ESB auf die angekündigten Schneetage vor?

Das vollständige Einsatzteam des Entsorgungs- und Servicebetriebs besteht aus 22 Beschäftigten. Für das Wochenende ist das Team zudem darauf eingestellt, dass es nicht nur einen Einsatz am frühen Morgen geben wird, sondern zwei oder gar drei Einsätze. Das heißt, dass jeder Winterdienstbeschäftigte seine Tour am Tag mehrfach fährt.

Was bedeutet die angekündigte Wetterlage für den Personaleinsatz?

In den vergangenen drei Jahren gab es in Bocholt milde Winter mit geringen Schneemengen und ohne Eisregen. Die Anzahl der Winterdiensteinsatztage fiel mit jeweils rund 20 Tagen unterdurchschnittlich aus, ebenso der Salzverbrauch.

Wie war die Situation in den vergangenen Jahren?

Pro Jahr kalkuliert der ESB mit Winterdienstkosten in Höhe von rund 350.000 Euro. In den letzten drei Jahren lagen die Jahreskosten deutlich darunter. Sie betrugen zwischen 150.000 Euro und 250.000 Euro. Das macht deutlich, dass die Winterwetterlage zuletzt kaum noch für extreme Einsätze sorgte. Der Winterdienst hatte im vergangenen Winter in ganz NRW deutlich weniger Streusalz einsetzen müssen als im Jahr zuvor.

Welche Kosten entstehen und wie haben sich die Kosten in den vergangenen Jahren entwickelt?

Der Landesbetrieb StraßenNRW schätzt den Verbrauch in der Saison 2019/20 auch in der Region des Münsterlandes auf rund die Hälfte des Jahres zuvor. In der vergangenen Wintersaison 2018/19 wurden in ganz NRW rund 74.000 Tonnen verstreut. Der Mittelwert der vergangenen 20 Jahre liegt sogar bei 136.500 Tonnen Streusalz je Wintersaison.

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