Der Explosionsort am Morgen des Neujahrstags 2019: Die Spuren sind noch deutlich zu sehen. Ein 55-Jähriger kam bei der Explosion ums Leben. © Martin Borck
Feuerwerksexplosion in Enschede

Tödliche Feuerwerksexplosion in Enschede: Gericht spricht Angeklagten frei

Am Morgen des Neujahrstags 2019 explodierte ein Feuerwerk in der Gerststraat in Enschede. Ein 55-jähriger Mann wurde so schwer verletzt, dass er starb. Das Gericht sprach den mutmaßlichen Verursacher jetzt frei.

Der Mann, der verdächtigt wird, die Feuerwerksexplosion in Enschede am 1. Januar 2019 verursacht zu haben, bei der ein 54-jähriger Mann getötet wurde, wird freigelassen. Wie die Tageszeitung Tubantia mitteilt, hat das Bezirksgericht Overijssel Zweifel an den belastenden Aussagen gegen den 33-jährigen Angeklagten und sieht auch unzureichende Beweise. 18 Monate Gefängnis hatte die Anklage beantragt.

Trotz der vielen Aussagen, die über das Geschehen am 31. Dezember 2018 und am 1. Januar 2019 in der Gerststraat in Enschede gemacht wurden, gibt es laut Gericht keine eindeutigen Beweise dafür, wer dafür verantwortlich ist. Keine Zweifel gab es daran, dass die Explosion nicht von gewöhnlichen Verbraucherfeuerwerken verursacht wurde. Ein Flugobjekt hatte eine große offene Wunde am Brustbein des getöteten 55-Jährigen verursacht.

Zwei Zeugen konnten nicht zur Klärung beitragen

Die beiden belastenden Aussagen gegenüber dem Nachbarn, dem Angeklagten – er soll das Feuerwerk auf seinen Wohnwagen gestellt und angezündet haben – stammten von dessen Vater, der ebenfalls auf der Straße lebt, und einem Freund des Angeklagten. Aber genau dieser Freund soll laut dem 33-Jährigen verantwortlich sein, ihm das Feuerwerk am Silvesterabend angeboten haben. Und die Aussagen des Vaters des Angeklagten variierten.

Das Gericht konnte anhand der Aussagen nicht feststellen, wann das Feuerwerk aufgestellt hat und und von wem es angezündet wurde. Auch weil es keine anderen Beweise gibt – zum Beispiel Videos – hat das Gericht den 33-Jährigen freigesprochen, die tödliche Explosion verursacht zu haben. Ende Februar hatte die Staatsanwaltschaft 18 Monate Gefängnis gefordert.

Der Angeklagte, der wie sein Anwalt bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, wurde verurteilt, früher am Silvestertag eine Granate, ein illegales Feuerwerk, gezündet zu haben. Er wurde zu 17 Tagen Gefängnis verurteilt, die er aber schon abgesessen hat.

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