Im Olfener Westen sind viele Handynutzer auf der Suche nach einem guten Netz. © picture alliance/dpa
Mobilfunkstudie

Studie: Wo überall in der Region die Mobilfunkanbindung schlecht ist

Wer häufiger im Kreis Borken unterwegs und dabei aufs Smartphone oder die mobile Nutzung des Laptops angewiesen ist, der kennt die Problematik: An einigen Stellen gibt’s häufiger abgerissene Gespräche, an anderen Orten eine Datenübermittlung im Schneckentempo. Eine Studie soll es helfen, dass das bald der Vergangenheit angehört.

Wo überall in der Region die Mobilfunkanbindung schlecht ist – und vor allem, was man tun kann, möglichst flächendeckenden mindestens 4G-Empfang zu bekommen, das ist derzeit Gegenstand zweier Studien, an der sich die Münsterlandkreise und die Stadt Münster beteiligen. Worum es aus Sicht des Kreises Borken dabei geht, das erläuterte jetzt Michael Weitzell, Leiter der Stabsstelle im Kreishaus, im Ausschuss für Wirtschaft, Kreisentwicklung und Digitalisierung.

Unter anderem gehe es darum, gegenüber den Mobilfunkanbietern Argumente zu sammeln, warum an bestimmten Stellen stärkere Sendeanlagen, zusätzliche Masten oder eine verbesserte Technik zum Einsatz kommen sollte, so Weitzell.

400 Unternehmen im Münsterland befragt

Dazu hat es zum einen eine Befragung von rund 1400 Unternehmen im Münsterland gegeben, bei der die Wirtschaft den genauen Umfang und die Art der Probleme mit der Mobilfunkversorgung schildern sollte. Zudem wurden im Zuge einer bei der FH Südwestfalen angesiedelten Studie Messfahrten unternommen. Ausgestattet mit normalen Smartphones und einer speziellen Software fuhren Fahrzeuge der FH auf festgelegten Routen durch die Region.

Die mitgeführte Technik verzeichnete dabei Signalstärke, Zellenkennungen, Zellenwechsel oder auch Abbrüche der Verbindung. Dabei konnten die Wissenschaftler sogar Problemen auf den Grund kommen, die man sonst kaum vermutet hätte. Zum Beispiel habe der Testfahrer der FH den schlechten Empfang bei einem Anlagenbauer auf beschichtete Gebäude-Scheiben zurückführen können, so die Fachhochschule in einem Projektbericht.

Zwei Online-Seminare kommende Woche

Wie Weitzell im Gespräch mit der Redaktion erläuterte, böten die so gewonnenen detaillierten Erkenntnisse eine gute Handhabe, mit den Mobilfunkanbietern ins Gespräch zu kommen. Bislang habe man zwar auch schon die Anbieter auf „Funklöcher“ und Ähnliches hingewiesen, sei aber meist damit vertröstet worden, dass diese auf eine 95-Prozent-Abdeckung oder Ähnliches hinwiesen.

Jetzt hätten die wissenschaftlichen Erkenntnisse schon dazu geführt, dass „gute Gespräche“ mit einem Anbieter geführt worden seien und dieser möglicherweise die Infrastruktur seiner Funkmasten ausbauen wolle. Auch im Ausschuss sei die Arbeit der an den Studien beteiligten Personen und der Kreisverwaltung auf viel Zustimmung gestoßen, sagte Weitzell.

Öffentliche Online-Veranstaltungen mit ersten Ergebnissen

Detaillierte Ergebnisse der Studien, die mit rund 200.000 Euro über das NRW-Landwirtschaftsministerium gefördert werden, sollen im Mai vorgestellt werden. Bereits in der kommenden Woche aber sind zwei Veranstaltungen zum einen für Unternehmen und Landwirte (am 16. Februar) sowie Kommunen und öffentliche Einrichtungen (am 17. Februar) geplant. Bei den Online-Veranstaltungen werden erste Ergebnisse aus den Mobilfunkstudien sowie Handlungsansätze vorgestellt.

Das Webinar am 16. Februar startet um 17 Uhr, das Webinar am 17. Februar beginnt um 14 Uhr. Anmeldung für beide Online-Veranstaltungen (Dauer: Rund 90 Minuten) bis zum 12. Februar unter E-Mail an post@westmbh.de.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.