McPaper hat seine Filiale in der Osterstraße ausgeräumt. Die Schließung steht seit Sommer fest, sagt Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues. Bislang konnte kein Nachmieter gefunden werden © Stefan Prinz
Leerstandsquote 12,5 Prozent

Sorge um den Leerstand: Ein Achtel der Geschäfte in Bocholt steht leer

Weitere Geschäfte schließen in der Bocholter Innenstadt. Die Leerstandsquote beträgt 12,5 Prozent. Stadtmarketingchef Ludger Dieckhues ist damit nicht zufrieden. Schuld ist auch der Lockdown.

In der Bocholter Innenstadt gibt es neue Leerstände. Die McPaper-Filiale an der Osterstraße schließt. Sie wird derzeit ausgeräumt. Allerdings betreibt das Unternehmen, das in erster Linie Schreibwaren verkauft, noch eine weitere Filiale in den Shoppingarkaden. Ähnlich ist die Situation bei Alltours. Das Geschäft in der Osterstraße schließt, es gibt aber ein weiteres in den Shopping-Arkaden. In der Neustraße schließt die Telekom ihren Laden.

Quote bei 12,5 Prozent: 31 Geschäftslokale stehen Leer

„Wir haben momentan eine Leerstandsquote von 12,5 Prozent“, sagt Ludger Dieckhues, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung- und Stadtmarketing-Gesellschaft. Das heißt, das von den 248 Ladenlokalen in der Innenstadt aktuell 31 leer stehen.

„Wir haben aber zwei größere Geschäfte, wo neue Vermietungen anstehen: NKD zieht ins Neutorcenter, Woolworth in die Shopping-Arkaden“, ergänzt er. In der Nordstraße gebe es außerdem zwei temporäre Vermietungen, das heißt, die Mietverträge laufen demnächst aus.

Im Vergleich noch erträglich

Die Leerstandsquote ist für Dieckhues nicht zufriedenstellend. „Im Vergleich zu anderen Städten ist sie aber erträglich“, sagte er. Es gebe Städte mit 30, 40 oder 50 Prozent Leerstandsquote. Allerdings sei Bocholt von den „Nuller-Jahren“, als die Immobilien- und Standortgemeinschaften gegründet wurden, weit entfernt. „Da hatten wir praktisch keinen Leerstand“, sagt er.

Bei McPaper stand bereits im Sommer fest, dass die Filiale in der Osterstraße geschlossen wird. Der Entschluss dürfte mehrere Gründe haben. Zum einen hat quasi um die Ecke mit dem Papiermarkt ein Mitbewerber eröffnet. Zum anderen gibt es auch auf dem Schreibwarenmarkt Konkurrenz durch den Online-Handel. Der coronabedingte Lockdown dürfte ebenfalls eine Rolle gespielt haben, vermutet Dieckhues.

Auch für gute Lagen sind keine Mieter zu finden

Derzeit sei es schwierig, auch für gute Lagen – zu denen er die Osterstraße in Nähe des Marktes zählt – Mieter zu finden, sagt Dieckhues. Ob es nur an der Höhe der Miete liege, könne er nicht sagen. Dieckhues: „Es gibt ja zum Beispiel ältere Eigentümer, die im Alter auf diese Einnahmen angewiesen sind.“ Manchmal sei es aber schwierig, überhaupt herauszufinden, wer der Vermieter ist. Und es gebe auch Eigentümer, die im Ausland leben, sagt Dieckhues.

Helfen könnte vielleicht das Sofortprogramm des Landes, aus dem Bocholt gut 127.000 Euro bewilligt bekommen hat, um gegen Leerstände vorzugehen. Im Prinzip müsse der Vermieter bereit sein, auf einen Teil der Mieteinnahmen zu verzichten. „Wir vom Stadtmarketing würden dann versuchen, einen Mieter zu finden, was derzeit aber schwierig ist“, erläutert Dieckhues. Es gebe aber noch weitere Bedingungen. So gibt es interessierte Mieter, die in das Programm wollen. Dafür müsse der Mietvertrag aber auslaufen, so Dieckhues.

Stadtmarketingchef: „Einkaufsstraßen neu denken“

Der Stadtmarketingchef hat die Befürchtung, dass auch in Bocholt weitere Geschäfte schließen werden. Besonders durch den Lockdown. „Wir müssen Einkaufsstraßen neu denken“, sagt er. Damit meint er, auch einmal andere Nutzungen auszuprobieren. Das könnten mehr Gastronomie oder mehr Dienstleistungen sein, aber auch kreatives Handwerk, Büros oder Wohnen.

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