Die Immobilienpreise in Twente gehen durch die Decke. Nicht nur Neubauten sind gefragt, sondern alles. © picture alliance / Armin Weigel/dpa
Enschede

Schwierigkeit für Menschen: Immobilienpreise gehen durch die Decke

In Enschede ist die Immobilienlage angespannt. Der Immobilienpreis ist hoch wie nie und bereitet Maklern und Beratern Sorgen. „Die Leute werden in Schwierigkeiten geraten.“

Die Preise für einige Häuser haben sich in Enschede in zwei Jahren teilweise um 50 Prozent erhöht. So kosten Häuser, die noch vor gut zwei Jahren 180.000 Euro kosteten, heute bereits 275.000 Euro. Renoviert wurde in den beiden Jahren allerdings nicht.

Im Stadtteil Bornsche Maten kosteten Doppelhaushälften im Jahr 2016 etwa 227.500 Euro. Heute gehen sie für mehr als 310.000 Euro an einen neuen Eigentümer. Der Verkaufspreis liegt liegt dabei oft sogarüber dem geforderten Preis.

„Extrem überfordert“

Immobilienmakler wissen, dass es sich dabei nicht etwa um Einzelfälle handelt. Dass sich innerhalb weniger Tage mehr als 30 Interessenten auf ein Haus melden, ist keine Seltenheit.

Dabei geht es allerdings nicht nur um Neubauten, nein sogar Häuser, für die sich früher niemand interessiert hätte, gehen heute schnell weg. Tom Horstman von Keuter Makelaars aus Enschede bezeichnet den Markt als „extrem überfordert“. „Es ist nicht unmöglich geworden, ein Haus zu kaufen“, sagte er der niederländischen Zeitung Tubantia. „Aber sehr schwierig.“

Die Preise seien seit der Kreditkrise im Jahr 2013 gefallen. Seitdem ist ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Rund 10 Prozent mehr wert sind bestehende Häuser als noch im Januar 2020 laut Statistics Netherlands. Im Vergleich zum Tiefpunkt im Juni 2013 sind die Preise im Januar 2021 um etwa 58 Prozent höher.

Verkäufe innerhalb von 25 Tagen

In Enschede werden Immobilien in Rekordzeit verkauft: Durchschnittlich 25 Tage dauert es dort, bis ein Haus vom Markt ist. Dass sogar 10 Prozent mehr als gefordert bezahlt wird, ist auch nicht mehr unüblich. Nicht zuletzt ist das auch möglich, weil der Zinssatz extrem niedrig ist. „Geld zu leihen ist einfach sehr billig“, sagt Hypothekenberater John Bonke in der Tubantia.

Ob jemand jetzt ein Darlehen von 200.000 Euro oder sogar von 250.000 aufnimmt, das interessiert niemanden. Die Differenz sei nicht groß genug, als dass man sie nicht monatlich zahlen könnte. Es sei einfacher etwas für einen monatlichen Betrag zu kaufen, als Miete zu zahlen, die monatliche sogar höher wäre.

Die regionalen Makler und Berater erwarten vorerst nicht, dass Preise wieder sinken werden. Nicht einmal eine neue Krise könne das verursachen. Diejenigen, die gezwungen sind, ein Haus loszuwerden, werden es schnell los, weil die Nachfrage so viel größer ist als das Angebot.

Trotzdem fürchtet Berater Bonke, dass finanzielle Probleme bei den Menschen, die ihren Job durch Corona verloren haben und eine Hypothek abbezahlen müssen, auftreten können. „Diejenigen, die keine nationale Hypothekengarantie haben, werden dann auf Probleme stoßen“, sagte er zu Tubantia. „Dann muss man verkaufen, ein Miethaus finden, das nicht da ist – das gibt Stress.“

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