Die Messung von Regenmengen in Schächten ist ein Einsatzgebiet für LoRaWAN-Netzwerke. © Archiv
Digitalisierung

LoRaWAN: Der Kreis Borken soll ein eigenes Funknetz bekommen

LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) bietet eine Möglichkeit, mit wenig Geld und vergleichsweise wenig Aufwand ein kreisweites Datenübertragungsnetz mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aufzubauen

Diese Konzept hat jetzt Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus, im Ausschuss für Wirtschaft, Kreisentwicklung und Digitalisierung vorgestellt. LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) heißt das System.

WLAN, 4G, Bluetooth: Es gibt jetzt schon etliche Möglichkeiten, Daten per Funk zu verschicken. Einige eignen sich aber eher für kurze Strecken oder fürs Zuhause, andere schaffen es eher schlecht, ihre Daten durch Wände zu schicken. Wiederum andere sind sehr teuer, wenn man mit ihnen größere Gebiete abdecken will.

Eine Möglichkeit, mit wenig Geld und vergleichsweise wenig Aufwand ein kreisweites Datenübertragungsnetz mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aufzubauen hat jetzt Karl-Heinz Siekhaus, Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus, im Ausschuss für Wirtschaft, Kreisentwicklung und Digitalisierung vorgestellt.

LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) heißt das System. Es ermöglicht ein Netzwerk, das drahtlose batteriebetriebene Sensoren miteinander verbindet, um Wasserstände abzufragen, Verkehrsströme zu messen oder Straßenbeleuchtung zu regeln. Man braucht wenig Empfangspunkte und die Daten gelangen selbst in Keller oder Schächte. Günstig ist es zudem auch noch.

Günstig und mit großer Reichweite

„Zwei Access-Points reichen für das komplette Ahauser Stadtgebiet“, verdeutlichte Siekhaus. Rund 10.000 Euro koste das. Sensoren zur Datenerfassung seien günstig. Ab zehn Euro gehe das los, aufwändigere Einheiten kosteten 50 bis 100 Euro. Mit etwa 40 bis 50 sogenannter Gateways könne man das gesamte Kreisgebiet abdecken, so Siekhaus. Diese Empfangsstationen könnten in mindestens 15 Metern auf öffentlichen Gebäuden positioniert werden. Gerade einmal 350.000 Euro würde das etwa kosten. Die ersten acht solcher Access-Points stehen in der Region schon.

Kosten sind mit 350.000 Euro überschaubar

Einsatzmöglichkeiten für das LoRaWan-Netzwerk gebe es viele, sagte Siekhaus zu dem Projekt, bei dem unter dem Titel „IoTBOR“ nicht nur sein Haus mitmacht, sondern auch sieben andere Stadtwerke aus dem Kreis Borken sowie der Kreis und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. So ließen sich die Sensoren in Abwasserschächte einbauen, wo sie dafür sorgten, dass im Starkregenfall die Kommunen schnell und sicher über die volllaufenden Kanäle informiert werden.

Aber auch die Leerung von Müllcontainern ließe sich so günstig überwachen, Verkehrsströme ebenfalls. Weitere Einsatzmöglichkeiten seien die Gebäudeüberwachung, die Parkraumbewirtschaftung, die Überwachung von Gasdruckpegeln oder auch der Düngemitteleinsatz und die Bewässerung in der Landwirtschaft.

Weil die Batterien der Sensoren eine Lebensdauer von einem bis zu fünf Jahren haben, ist das System, das viele Inhalte der sogenannten „Smart-City-Idee“ abdeckt, relativ wartungsarm. Dinge wie „Smart City und Smart Region gehören in kommunale Hände“, begründete Siekhaus, warum sich mit den Stadtwerken kommunale Einrichtungen für eine Idee engagierten, die letztlich auch Privatleute, Versorger oder auch Unternehmen nutzen könnten.

Auch Unternehmen können profitieren

Laut Projektplan sind die Arbeiten für den kreisweiten Ausbau des LoRaWan-Netz schon so weit vorangeschritten, dass man es eigentlich umgehend umsetzen könnte – wenn die weltweiten Nachschubprobleme gerade bei technischem Equipment und Chips nicht auch dieses Projekt im Westmünsterland bremsen würden. „Wir bekommen zurzeit keine weiteren Access-Points“, sagte Siekhaus.

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