Weiterhin regelmäßiges Lüften statt Luftreiniger in den Schulen des Kreises: Das empfiehlt mehrheitlich der Schulausschuss. © dpa
Coronavirus

Keine Lüfter in Schulen des Kreises: Ausschuss lehnt SPD-Antrag mit 13:5 Stimmen ab

Luftreinigungsgeräte in den Schulen, für die der Kreis Borken Verantwortung trägt, soll es nicht geben. Dies empfahl der Schulausschuss bei einer Abstimmung mit 13:5 Stimmen. Der Kreistag wird darüber entscheiden. Die SPD hatte einen diesbezüglichen Antrag gestellt – wie im Vorjahr. Andere Einrichtungen im Kreis Borken haben dagegen seit Langem Lüfter im Einsatz. Die Verwaltung betonte, dass regelmäßiges Lüften wichtiger sei.

In den Schulen des Kreises Borken wird es auf absehbare Zeit keine Lüfter geben. Einen neuerlichen Antrag der SPD-Fraktion lehnte der Ausschuss für Bildung und Schule am Dienstagabend mehrheitlich mit 13:5 Stimmen ab. Nur drei SPD- und zwei UWG-Vertreter stimmten dafür.

Zuvor hatte es, wie erwartet, eine ausführliche Diskussion gegeben. In den Schulen in Trägerschaft des Kreises gibt es 470 Klassenräume; in 15 werden Lüfter – aus vorgegebenen Notwendigkeiten – eingesetzt.

Die SPD würde gerne alle Räume mit den Geräten ausstatten, die den Schulunterricht in Coronazeiten erleichtern sollten. Der stellvertretende Fraktionssprecher, Daniel Höschler, sagte: „Wir müssen den Schülern bestmöglichen Schutz bieten und die Sorgfaltspflicht wahren.“ Der Kreissportbund haben in seinen sieben Kitas Geräte angeschafft. Franz Küstner-Rensing von der UWG wunderte sich, dass die CDU Gronau zu dem Thema eine andere Haltung habe als die Kreis-CDU. Der Kreis Borken berufe sich in seiner Ablehnung auf eine „umstrittene Studie“. Die Frage, ob Lüfter „sinnvoll“ seien, müssen mit „einem klaren Ja“ beantwortet werden.

Für die CDU stellte Sprecherin Katharina Detert fest, dass „der Kreis seine Hausaufgaben gemacht“ habe. Auch Grüne, FDP und AfD stimmten mit einem Nein.

„Eine Quarantäne ist unabhängig von Luftreinigern“

Die Haltung der Verwaltung hatte zuvor Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster klargestellt: Lüfter verhinderten nicht, dass Schüler bei einer Infektion nach Hause geschickt werden müssten. „Probate Mittel sind regelmäßiges Lüften sowie Abstands- und Hygienedisziplin. Eine Quarantäne ist unabhängig von Luftreinigern.“

Dies bekräftigten im Ausschuss auch Schulleiterinnen. Annette Sühling vom Berufskolleg Borken wünschte sich „aus pädagogischer Sicht, dass wir jetzt endlich wieder in Ruhe Regelunterricht machen können“. Die angesprochenen Geräte seien für den Unterricht untauglich, zu laut, würden teilweise nicht genutzt und entsprächen nicht den Anforderungen. Das hätten ihr Experten gesagt.

Silke Nürnberg, Leiterin der Neumühlen-Förderschule Borken, bestätigte den Eindruck ihrer Kollegin: „Alle haben gelernt, richtig zu lüften. Das ist schon eine Form von Filigranlogistik. Und Lüfter machen Krach.“

Bund und Land wollen laut Mitteilung der Bezirksregierung Münster übrigens 90 Millionen Euro zur Verfügung stellen – zum Beispiel für Luftreinigungsanlagen. Anträge können Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren stellen. Diese neue Förderung spielte in der Sitzung keine Rolle.

Zu einem Kompromissvorschlag der Ausschussvorsitzenden, Annette Brun (CDU), kam es nicht: Sie hatte vorgeschlagen, dass sich die Schulen melden sollten, die tatsächlich Luftreinigungsgeräte verwenden wollten.

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