Jessica und Markus Wolters vor einem golden schimmernden Berg in den Alpen. © privat
Zuhause im Van

Jessica und Markus Wolters bereisen die Welt mit umgebautem Van

Jessica und Markus Wolters haben im September 2019 einen mutigen Entschluss gefasst. Heute leben sie einen Traum, den wohl viele träumen: Sie bereisen die Welt. Die Rhederin und der Bocholter haben vor neun Monaten alles verkauft und ihre Wohnung aufgelöst.

Insgesamt drei Monate haben die Hochzeitsfotografin und der Videograf mit viel Liebe zum Detail einen sieben Jahre alten Transporter zum Wohnwagen umgebaut, den sie liebevoll „Vani“ nennen. Ende Februar begann ihre Reise mit „Vani“ durch die Welt. Aktuell „überwintern“ sie in Griechenland, zuvor waren sie unter anderem in Italien, Österreich, in Ost-Europa und in Portugal. Über 100.000 Menschen folgen inzwischen dem Instagram-Profil der beiden Abenteurer.

Die 28-Jährige und der 30-Jährige sind seit zehn Jahren ein Paar und seit Februar verheiratet. Sie vereint vor allem ihr ständiges Fernweh und ihre Liebe zur Natur. Oft bleiben sie nur wenige Tage an einem Stellplatz, wobei es sie meist in sehr ruhige Gegenden zieht.

Materielle Dinge haben Stellenwert verloren

Ihr Leben ist dabei einfach. Bevor sie losgefahren sind, haben sie gedacht, dass sie ein Badezimmer vermissen werden. Heute ist eine heiße Dusche seltener Luxus. Gebadet wird im See oder Meer. Materielle Dinge haben für die Abenteurer nicht mehr einen besonderen Stellenwert, das habe sich mit der Zeit und mit dem Reisen entwickelt, sagen sie. Ihre Herzen würden viel mehr an den Dingen hängen, die man nicht festhalten kann: Sonnenuntergänge, sternenklare Nächte und Lagerfeuer, gutes veganes Essen, akustische Musik, Pisten und Berggipfel.

Den Transporter hat das Paar vor der Abreise selbst umgebaut.
Den Transporter hat das Paar vor der Abreise selbst umgebaut. © privat © privat

„Wir haben unsere Follower gefragt, was sie glücklich macht“, sagt Jessica Wolters. Herausgekommen sind dabei allein Dinge, die man nicht kaufen kann: Sonnenschein, frische Luft, Zeit mit anderen, Feuer und Kerzenlicht. „Es kommt eben auf die Momente an“, sagt Markus Wolters. „Am meisten vermissen wir unsere Familie und Freunde“, ergänzt seine Ehefrau. Ansonsten fehle ihnen nichts.

Weite Reisen waren auch vor der Tour wichtig

Das Reisen haben sie schon immer geliebt. Auf ihrer „Bucketlist“ (Dinge, die man im Leben noch tun möchte) konnten sie daher einige Punkte abhaken: Paragliden über den Alpen, Schwimmen im Arctic Ocean, Kayaking in Norwegen. Darüber hinaus waren sie mit Schildkröten in Malaysia schwimmen, haben eine Huskytour in Lappland gemacht, haben Mexiko und Afrika bereist, waren surfen in Panama, haben im Dschungel gezeltet, Polarlichter in Island beobachtet, waren tauchen in Honduras und haben in Guatemala einen Vulkanausbruch erlebt.

Der schönste und der schlimmste Moment ihrer Reise liegen ganz nah beieinander. Wie so oft im Leben Glück und Leid nah liegen. Sie waren beim ersten Lockdown in Portugal und wollten das Land verlassen. „Wir haben gedacht, unsere Reise ist vorbei, bevor sie erst richtig angefangen hat“, erinnert sich Jessica Wolters. Doch kurz vor der spanischen Grenze erlaubte ihnen ein Polizist, an einem See stehen zu bleiben und die Feuerwehr versorgte die Wolters mit Wasser. Am See verbrachten sie in wundervoller Umgebung den Lockdown und die Reise durfte anschließend weitergehen.

Tour durch die USA oder Schwedenhaus?

Jetzt sind für die beiden Selbstständigen nur noch zwei Träume offen. Markus Wolters möchte mit „Vani“ die USA erkunden und Jessica Wolters würde am liebsten ein rotes Schwedenhaus kaufen.

Lagerfeuerromantik am Mittelmeer: Das Paar überwintert in Griechenland. Das Bild entstand auf der Insel Lefkada. Wohin es demnächst weiter geht, ist noch nicht klar.
Lagerfeuerromantik am Mittelmeer: Das Paar überwintert in Griechenland. Das Bild entstand auf der Insel Lefkada. Wohin es demnächst weiter geht, ist noch nicht klar. © privat © privat

Auf Instagram teilen die beiden täglich ihre kleinen und großen Abenteuer. Ihre Follower erleben mit, wie sie, auch in der schwierigen Corona-Zeit, ihr Leben im Van meistern. Sie zeigen dabei ihr gesamtes Leben, auf eine für das Portal eher seltene überraschend ehrliche Art. Und dies scheint gut anzukommen, denn zu Beginn ihrer Reise folgten ihnen gerade mal 1500 Menschen.

Aufgrund der Hochzeiten seien die beiden schon immer viel unterwegs gewesen, wie sie berichten. Daher kam die Idee, ihr Leben komplett im Van zu verbringen. Nach einer Testfahrt stand dann schnell fest, dass ihnen diese Art zu leben gefällt. Wie lange die beiden noch weiter reisen wollen und wohin es sie als Nächstes verschlägt, wissen sie noch nicht. Sie haben gelernt, von Tag zu Tag zu entscheiden. Ihr Motto dabei: „Das Leben ist zu kurz für später.“

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