Unternehmer Tobias Brun hat das Landhaus Keller von der Gemeinde Raesfeld gekauft. © Andreas Rentel
Gastronomie & Tourismus

Drei-Sterne-Plus-Haus: Landhaus Keller wird zum Naturparkhotel

Das Landhaus Keller in Raesfeld hat einen neuen Besitzer. Mitten in der Coronakrise macht ein Unternehmer Nägel mit Köpfen. Das Projekt ist für ihn gleich eine doppelte Herausforderung.

Die Gemeinde Raesfeld hat das Landhaus Keller an den Unternehmer Tobias Brun aus Marbeck verkauft. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Bürgermeister Martin Tesing sagte bei einem Pressegespräch, er sei sehr froh, dass die Gemeinde einen Investor für diesen „Super-Standort“ gewonnen habe. Und das ist noch nicht alles.

Brun erklärte, dass das Projekt für ihn eine Herausforderung sei, denn mit der Hotelbranche habe er bisher keine Erfahrungen. Fest steht: „Das Haus soll langfristig verpachtet werden.“ Es gebe bereits interne Gespräche mit potenziellen Betreibern. „Die Gespräche sind aber noch nicht final abgeschlossen“, erklärte der 42-Jährige. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hilft bei der Suche nach einem Pächter, der aus der Region kommen soll. Der neue Name steht schon fest: Naturparkhotel soll das Haus angesichts seiner Lage heißen.

Gut eine Millionen Euro auf Versteigerung

Er habe „immer mal wieder einen Blick auf das Haus geworfen“, so Brun. Konkret sei sein Kaufinteresse geworden, nachdem die Gemeinde die Immobilie gekauft hatte. „Es ist gut, dass wir es erworben haben“, blickte Tesing auf die Versteigerung zurück, bei der die Gemeinde für 1,16 Millionen Euro den Zuschlag erhalten hatte. Es habe Interesse aus der Fleischindustrie gegeben, im Haus Mitarbeiter unterzubringen. Tesing dazu: „Das wäre ein Riesen-Problem für den Ort geworden.“

Auf den Investor wartet viel Arbeit. „Mit einem Eimer Farbe ist es nicht getan“, betonte der Bürgermeister. Die Heizungs-, Elektro- und Sanitäranlagen müssen erneuert, ein Blockheizkraftwerk könnte installiert werden. Auch das Mobiliar ist zu erneuern. Zunächst gehe es um die Bestandsaufnahme, erklärte Brun. Dann seien die Architekten am Zug. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Drei-Sterne-Plus-Haus geplant

Ein Drei-Sterne-Plus-Haus soll das Naturparkhotel werden, inklusive der beiden Kegelbahnen, eines Wellness-Bereichs und der Gastronomie. 31 Hotelzimmer gibt es derzeit. Wie viele es später werden, soll die Planung zeigen. Platz für eine Hotelerweiterung besteht: Ein Altbau der ehemaligen Hofstelle am Freiter Pättken soll abgerissen werden. Tesing: „Das Baurecht besteht.“

Die Einrichtung der großen Küche ist in Ordnung, nur Geräte müssen ausgetauscht werden. Auch die Anbauten, die im Jahr 2007 hinzukamen, seien gut in Schuss, so Brun. Die Bausubstanz sei in Ordnung, verweist er auf Aussagen der Architekten. Im Außenbereich soll ein Kinderspielplatz entstehen.

Pop-up-Gastronomie

Die Küche wird der Raesfelder Caterer André Wachtmeister für eine Pop-up-Gastronomie nutzen. Der Verkauf soll als Übergangslösung in Form eines Drive-in laufen, so Tesing. Zudem bleibt Insolvenzverwalter Rolf Weidmann mit einigen Mitarbeitern im Haus, um das Verfahren über die insolvente Keller-Unternehmensgruppe weiterzuführen.

Den Verkauf des Hotels wertet Tesing als wichtigen Lückenschluss und Baustein der Dorfentwicklung. Jetzt bekomme es die Nutzung, die seit der Eröffnung 1988 vorgesehen gewesen sei. Der Bürgermeister ist überzeugt: „Das wird in Raesfeld positiv gesehen werden.“ Er wertete es als großen Vorteil, dass es damit keinen langen Leerstand gebe.

Angesichts der umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten, die nötig sind, nannten die Beteiligten keinen Eröffnungstermin. Auch die Kosten seien bisher kaum abzuschätzen. Ein Ausblick: Im Herbst könnte die Gastronomie an den Start gehen, eventuell im Frühjahr des kommenden Jahres das Naturparkhotel.

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