Mit steigenden Temperaturen beginnt im Frühling die Zeckensaison. © Patrick Pleul

Die Zeckensaison hat begonnen: Lästige Blutsauger sind wieder aktiv

Viel machen kann man während Corona nicht, also gehen viele spazieren. Spaziergänger sollten sich ab jetzt aber wieder vor Zecken hüten. Sie haben wieder Saison. Hierauf ist zu achten.

Spazieren gehen ist im Zuge der Coronavirus-Pandemie zu einem regelrechten Trend geworden. Und jetzt, bei dem frühlingshaften Sonnenschein, macht das Ganze gleich nochmal soviel Spaß. Wer im Grünen, etwa im Wald oder auf Wiesen unterwegs ist, sollte aber vorsichtig sein, denn mit dem Frühling beginnt auch die Zeckensaison.

Das sei aber kein Grund zur Panik, wie der Ramsdorfer Hausarzt Dr. Christian Kolbenschlag sagt. Und das gleich aus mehreren Gründen: Klar, es gebe auch hier in der Region Zecken, sagt der Mediziner. Dass sich das Problem in den vergangenen Jahren immer mehr verstärkt habe, könne er aber zumindest für sich in seiner Praxis nicht beobachten. Außerdem seien die Zecken, die hier zu finden sind, nicht mit dem Erreger befallen, der die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen kann. „Das ist eher ein Problem im süddeutschen Bereich“, so Kolbenschlag weiter. Wer zum Beispiel Urlaub im süddeutschen Raum, in Österreich oder der Schweiz plane, dem empfehle er eine Impfung gegen das FSME-Virus. „Wer sich nur hier in der Region aufhält, für den ist diese Impfung nicht notwendig“, so der Hausarzt.

Einstichstelle beobachten

Hiesige Zecken sind aber dennoch nicht ganz ungefährlich, sie können nämlich Borreliose übertragen, erklärt Dr. Christian Kolbenschlag weiter. Eine Ansteckung mit diesem Erreger mache sich nach einem Zeckenstich mit einer Rötung rund um die Einstichstelle bemerkbar, erklärt der Mediziner. „Diese Rötung beginnt in der Regel so zehn bis 20 Tage nach dem Stich und wird immer größer. Deshalb nennt man das Symptom auch Wanderröte.“ Es sei daher wichtig, eine Einstichstelle auch nach Entfernen einer Zecke im Auge zu behalten und bei auftretender Rötung einen Arzt aufzusuchen. „Borreliose muss dann mit Antibiotika behandelt werden“, erklärt der Arzt.

Apropos Zecken entfernen: „Wer sich absolut sicher ist, wie das richtig funktioniert, kann es natürlich selbst machen“, sagt Kolbenschlag. Ansonsten empfiehlt er, die Hilfe eines Arztes in Anspruch zu nehmen. „Keine Panik“, sagt er. „Ruhe bewahren und zum Hausarzt gehen.“

Um Zeckenstiche möglichst von vorneherein zu vermeiden, empfiehlt der Hausarzt schützende Kleidung bei Waldspaziergängen. „Zur Sicherheit sollte man trotzdem im Anschluss den Körper nach Zecken absuchen.“

Alle Säugetiere befallen

Das können Tierbesitzer auch bei ihren Tieren machen, sagt der Velener Tierarzt Markus Hüging. Denn, so Hüging, Zecken können grundsätzlich alle Säugetiere befallen. Das sei vor allem für Besitzer von Hunden und Freigänger-Katzen, begrenzt auch für Pferdebesitzer ein Thema. Und auch Tiere können nach einem Zeckenstich mit Borrelien befallen sein, die – manchmal erst Jahre später – für Beschwerden wie etwa Probleme mit den Gelenken sorgen, erklärt der Tierarzt.

Im Gegensatz zu Dr. Christian Kolbenschlag beobachtet Hüging in seiner Tierarztpraxis schon eine Zunahme von Zecken in den vergangenen Jahren. „In diesem Jahr hatten wir die ersten schon Ende Februar, als es warm wurde“, sagt er. Und: „Mit dem Klimawandel werden es in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch mehr.“

Vorbeugende Medikamente

Damit sich Tierbesitzer um ihre Vierbeiner erst gar keine Sorgen in Bezug auf Zecken machen müssen, empfiehlt der Arzt vorbeugende Medikamente. Es gebe Präparate, die dafür sorgen, dass Zecken erst gar nicht mehr zustechen, und welche, die bewirken, dass sie nach ganz kurzer Zeit wieder loslassen. Diese Medikamente könnten in Form von Tropfen, die auf den Haut geträufelt werden, per Tabletten oder über Halsbänder verabreicht werden. „Vor allem die Tabletten sind bei uns in der Praxis beliebt“, sagt Markus Hüging. Vor allem, da ihre Wirkung über mehrere Monate anhalte. „Am Anfang der Saison verabreichen, dann hat man eigentlich die Saison über Ruhe.“

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