Angespannt ist die Lage in den Kliniken der Niederlande vor dem Hintergrund vieler ernsthaft an Covid19 Erkrankten. Nun werden Patienten an Hausärzte „abgegeben“, um die Situation in den Kliniken zu entspannen. © dpa
Corona in den Niederlanden

Corona-Patienten werden früher aus Kliniken in Enschede und Hengelo entlassen

Protokoll und Checklisten für zu Hause statt Krankenhausbett: Um die Kliniken zu entlasten, nehmen die Krankenhäuser in Enschede und Hengelo an einem Projekt teil: Patienten werden früher entlassen.

„Druck aus dem Kessel nehmen“ wollen Kliniken in den Niederlanden. Im Nachbarland ist die Zahl der Coronainfektionen nach wie vor hoch. Provinzregierungen hatten zuletzt in einem In dem Schreiben um militärische Unterstützung für Pflegeheime und Krankenhäuser gebeten.

Nun berichtet die Tageszeitung Tubantia, dass die Krankenhäuser MST in Enschede und ZTG in Hengelo an einem Projekt teilnehmen, das als erstes eine Klinik in Amsterdam gestartet hatte. Coronapatienten werden aus dem Krankenhaus entlassen und zu Hause von ihren Hausärzten betreut und weiter behandelt.

Voraussetzung für die Entlassung aus dem Krankenhaus ist, dass der Patient zu Hause die gleiche Qualität der Versorgung erhält wie in der Klinik. Der behandelnde Facharzt beurteilt, ob eine Entlassung möglich ist, und gibt Anweisungen.

Patienten in der Rekonvaleszenz-Phase werden entlassen

Nur Patienten in der Rekonvaleszenz-Phase, die nicht mehr schwer krank sind, können an dem Projekt teilnehmen. Zum Teil erhalten sie Sauerstoff und andere Medikamente aus dem Krankenhaus. Twente hat das Experiment aus Amsterdam kopiert, wo es anscheinend gut funktioniert.

Bisher waren eine Handvoll Patienten daran beteiligt, aber diese Zahl steigt rasch an, so die Tubantia. „In den kommenden Wochen werden wir im ZGT-Servicebereich mit maximal sechs Patienten pro Woche arbeiten, die früher als gewöhnlich nach Hause gehen. Natürlich haben nicht alle diese Menschen den gleichen Hausarzt“, sagte Lungenspezialist Ruben Zaal der Tageszeitung.

Pflege muss zu Hause gleich gut sein

Der Druck sei hoch. Die Zusammenarbeit mit den Hausärzten schaffe Raum für andere Covid-19-Patienten und für die regelmäßige Pflege. Zusammen mit Fachärzten wurden für Twente ein Protokoll und Checklisten erstellt, die die Allgemeinmediziner verwenden können.

„Wir rufen täglich an, um etwas über den Sauerstoffgehalt im Blut und die Atemnot zu erfahren“, wird Han ter Horst, Allgemeinarzt in Vriezenveen, in der Tubantia zitiert. Für die Allgemeinmediziner bedeutet der vorzeitige Transfer eine zusätzliche Belastung.

Laut Dashboard der Behörde GGD Twente (Stand 2. Januar 2021) wurden in den vorangegangenen sieben Tagen in Twente 3684 positive Tests verzeichnet.

„7-Tage-Inzidenz“ in Nachbarregion des Kreises Borken sehr hoch

Die „7-Tage-Inzidenz“, also die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, liegt für die Region Twente bei 583,7 und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von 344,7.

Die Inzidenzwerte für einige Nachbarkommunen:

Haaksbergen: 658,1

Enschede: 428,5

Dinkelland 795,6

Oldenzaal 590,0

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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