Ab dem 8. Februar soll in Velen geimpft werden: Im Bild Dr. Volker Schrage, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, bei der Vorstellung des Impfzentrums für den Kreis Borken kurz vor Weihnachten. © Horst Andresen
Coronavirus

Chaos bei der Terminvergabe auch im Kreis Borken

Chaos bei der Terminvergabe für Corona-Schutzimpfungen: Viele Bürger aus dem Kreis Borken konnten am Montagmorgen die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe nicht erreichen. Sie regelt die Termine. Übrig blieb großer Ärger bei den über 80-jährigen Menschen, die für die erste Vorsorge ab dem 8. Februar im Impfzentrum in Velen zugelassen werden.

Erheblich Anlaufschwierigkeiten hat es am Montag im Kreis Borken bei der Vergabe von Corona-Impfterminen für Über-80-Jährige gegeben. Anrufer sprachen im Gespräch mit dieser Zeitung vom reinsten Chaos, das Versuche ausgelöst hätten, mit der verantwortlichen Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Verbindung zu treten. In knapp zwei Wochen, ab dem 8. Februar, soll im Impfzentrum in Velen geimpft werden.

Die KVWL beschwichtigte. Doch Fakt ist, dass es großen Ärger bei älteren Bürgern und deren Angehörigen und Freunden gab, die versuchten, sich durch das Dickicht der Anmeldevorgaben zu schlagen.

Abgefragt wurden neunstellige Identifikationsziffern, Handynummern, E-Mailadressen, Verifizierungscodes (wohl zur sicheren Weitergabe der Daten) – und nötig war Geduld: Das Warten auf eine Mail, um antworten zu können. Selbst Internetnutzer, die täglich online arbeiten, verzweifelten ob vieler Vorgaben.

Jeder kommt dran, aber nicht sofort

Die Leitungen der KVWL brachen zwischenzeitlich zusammen. Und der Verband der Kassenärzte entschuldigte sich bereits am Vormittag: „Niemand muss sich Sorgen um seine Impfung beziehungsweise seinen Termin machen. Es ist ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, zumal es bis Ende April dauern wird, bis wir allein die Gruppe der Über-80-Jährigen mit Blick auf die verfügbaren Mengen an Impfstoff ein erstes Mal geimpft haben. Jeder, der geimpft werden möchte, wird drankommen, aber eben nicht sofort“, entschuldigte sich der KVWL-Vorstand. Ihm gehört auch Dr. Volker Schrage aus Legden an.

Beim Kreis Borken liefen am Morgen die Telefondrähte heiß, obwohl die Behörde für die Terminierung nicht verantwortlich ist. Mehr als 100 empörte Bürger ließen ihrem Unmut freien Lauf oder schickten (zum Teil böse) E-Mails. Das Ganze sei ein „komplexes Geflecht“, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker. Er habe Verständnis für den Unmut der Leute. Es sei wohl schwierig, durch „den Flaschenhals der vielen Anrufe“ zu gelangen. Bei der Zusendung von rund 23.500 Briefen in der Vorwoche habe „alles gut geklappt“.

„Organisation hat geschwächelt“

Ein Borkener schrieb NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): „Ich bin doch sehr enttäuscht von der Organisation der Impfterminvergabe. Zunächst habe ich seit 8 Uhr heute Morgen sowohl am Telefon als auch online permanent versucht, Kontakt zu bekommen.“ Nach drei Stunden sei er erfolgreich gewesen – mit der Antwort: „Zurzeit sind alle Termine ausgebucht. Wir arbeiten daran, Ihnen bald neue Termine anbieten zu können.“

Beim Online-Versuch habe er den Hinweis erhalten: „Es ist ein unerwarteter Fehler aufgetreten.“ Sein Eindruck: „Nach allem bin ich der Ansicht, dass die ganze Organisation sehr geschwächelt hat.“

Geduld scheint gefragt. Der Kassenverband empfiehlt: „Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.“

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