Dr. Yvonne Funke wendet bei Angstpatienten auch Akupunktur an.(Fürs Foto verzichtet sie auf das Visier, das sie sonst bei der Behandlung trägt. © Sven Betz
Tag der Zahnschmerzen

Bocholter Zahnärztin hilft Angstpatienten mit Akupunktur, Hypnose oder Lachgas

Am Dienstag, 9. Februar, ist der Tag der Zahnschmerzen. Die Redaktion hat mit der Bocholter Zahnärztin Dr. Yvonne Funke über Angstpatienten, den besten Zeitpunkt für einen Termin und die richtige Zahnputztechnik gesprochen.

Der Besuch beim Zahnarzt bereitet vielen Menschen Unbehagen. Das weiß auch die Zahnärztin Dr. Yvonne Funke. So hätten viele Patienten Angst vor der Behandlung, vor eventuellen Schmerzen oder auch vor Behandlungsfolgen. Die Bocholterin hat einen Schwerpunkt auf die Behandlung von Angstpatienten gelegt. Sie setzt unter anderem auf Akupunktur, Hypnose oder Lachgas.

Akupunktur, Hypnose oder Lachgas

„Generell würde ich jedem Patienten, der Angst hat, raten, den Schritt zu machen und einen Termin zur Beratung zu vereinbaren“, sagt Funke. „So kann man sich ein Bild von den anderen machen und Vertrauen gewinnen.“ In dem Gespräch könne der Zahnarzt dann auch herausfiltern, warum der Patient Angst hat: Fürchtet er sich vor der Behandlung an sich, vor Spritzen oder hat er vielleicht einen Würgereflex, der ihm ein unangenehmes Gefühl gibt?

Im nächsten Schritt könne dann gemeinsam mit dem Patienten überlegt werden, was man dagegen tun könne. Welche Behandlungsmöglichkeiten und unterstützenden Hilfsmittel sind die richtigen für ihn? „Mit der Akupunktur kann man physische Sachen ausschalten und zum Beispiel den Würgereflex mindern“, erklärt Funke. „Man kann aber auch in die psychische Richtung gehen, dass man dem Patienten die Angst nimmt und ihn beruhigt.“

Bei er Hypnose werden die Patienten „ein bisschen in Trance versetzt“ und dadurch sediert. Auch die Anwendung von Lachgas sei eine Sedierung, „damit der Patient nicht mehr so viel mitbekommt und auch weniger Schmerzempfinden hat“, sagt Funke. „Man guckt zusammen mit dem Patienten, was für ihn das Richtige ist.“

Manche Patienten können nachts nicht schlafen

Die Zahnärztin weiß aber auch, dass sich viele Patienten schon vor dem Besuch in der Praxis viele Gedanken machen: „Manche können nachts nicht schlafen.“ In solchen Fällen könne es sinnvoll sein, sich direkt morgens ganz früh einen Termin zu holen. „Dann müssen sie nicht noch den ganzen Tag daran denken“, sagt Funke. Alternativ könne der Patient aber auch vorher etwas Schönes unternehmen. Manchem helfe es auch, einen Freund, eine Freundin oder ein Familienmitglied mitzubringen – allerdings sei das derzeit wegen der Corona-Pandemie natürlich schwierig.

Grundsätzlich müsse derzeit wegen der Corona-Pandemie aber niemand Angst haben, zum Zahnarzt zu gehen, betont Funke. In ihrer Praxis laufe die Behandlung relativ normal ab. Es gebe jedoch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. So würde ihr Team schon vorher herausfiltern, ob der Patient Symptome hat oder Kontakt zu Infizierten hatte. Grundsätzlich rät Funke, Patienten, die keine akuten Zahnbeschwerden haben jedoch Corona-Symptome haben, ihre Termine zu verlegen.

Für akute Fälle seien ohnehin Notfallpraxen zuständig. Denn natürlich ist es Funke wichtig, ihre Patienten in der Praxis und auch ihr Team zu schützen. „Wir haben hier alles soweit vorbereitet, dass die Patienten sich sicher fühlen können“, betont sie. So gebe es Desinfektionsspender, der Empfang sei mit Plexiglasscheiben ausgestattet. Außerdem gelte bis zur Behandlung Mundschutzpflicht. Zudem achte ihr Team darauf, dass es im Wartezimmer nicht zu voll werde, sodass die Abstände eingehalten werden könnten. „Bei der Behandlung tragen wir standardmäßig Mundschutz und Schutzbrille und nun zusätzlich auch ein Visier“, erklärt Funke.

Klassische Angstpatienten eher Erwachsene als Kinder

Die klassischen Angstpatienten seien eher Erwachsene als Kinder, sagt die Zahnärztin. Für Kinder sei oft die Situation in der Praxis neu und ungewohnt. „Aber wenn man mit den Kindern zwei bis drei Mal umgeht, merkt man, dass man ihnen die Angst relativ schnell nehmen kann“, sagt Funke. Bei erwachsenen Patienten sei die Angst jedoch eher auf schlechte Erfahrungen – gerade auch in der Kindheit – zurückzuführen. „Das sind dann die richtigen Angstpatienten, bei denen sich teilweise auch schon richtige Phobien entwickelt haben.“

Yvonne Funke rät, sich täglich nach den Hauptmahlzeiten – also zwei bis drei Mal am Tag – die Zähne zu putzen. Auch die Zahnzwischenräume sollten regelmäßig gereinigt werden, zum Beispiel mit Zahnseide oder Sticks. Zudem seien Mundspüllösungen oder Mundduschen empfehlenswert.

„Wenn man die perfekte Putztechnik beherrscht, dann ist die Handzahnbürste mit einer elektrischen Zahnbürste oder Schallzahnbürste vergleichbar“, sagt Funke. Die perfekte Putztechnik beherrschten jedoch die wenigstens Patienten, sodass nicht alle Ecken erreicht würden. Aus diesem Grund empfiehlt die Expertin, Erwachsenen, ihre Zähne mit einer elektrischen oder Schallzahnbürste zu putzen. Kinder sollten jedoch erst die Handputztechnik erlernen.

Wichtig sei zudem, regelmäßig zur Kontrolle zu gehen. „Das gilt auch gerade jetzt in der Pandemie, um die Zähne gesund zu halten“, betont Funke.

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