Nach dem Abriss des Hauses Am Kuhm 36 untersuchten Archäologen die Baugrube. Sie entdeckten Material aus dem späten Mittelalter. © Markus Schönherr
Archäologie

Baugrube am Kuhm in Borken: Dem Mittelalter auf der Spur

Bald soll ein neuer Parkplatz gebaut werden, doch vorher nutzen Archäologen die Gelegenheit für einen Blick in den Borkener Boden. Sie haben Spuren aus dem Mittelalter gefunden.

Die vielen Borkener Baustellen bringen es mit sich, dass auch die Archäologen viel in der Kreisstadt zu tun haben. Nicht nur die Umgestaltung des Mühlenquartiers begleiten die Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Zuletzt schauten sie auch in die Grube des Abrisshauses am Kuhm, wo bald ein Parkplatz für die Sparkassen-Mitarbeiter entstehen soll.

Nahe der Stadtbefestigung

„Wir befinden uns dort im Nahbereich der ehemaligen Stadtbefestigung“, erklärt Dr. des. Andreas Wunschel von der LWL-Archäologie das Interesse an dem Standort. Und tatsächlich sind die Fachleute auf Spuren aus der Stadtgeschichte gestoßen. Von „torfigen Auffüllschichten“ spricht Wunschel, die spätmittelalterliches Fundmaterial enthielten. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Keramikscherben, die nun genauer unter die Lupe genommen werden. Außerdem entdeckten die Fachleute Reste eines im Urkataster geführten Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert, so Wunschel. Wann das Haus gebaut wurde, könne aber nicht ermittelt werden.

Weitere Untersuchungen

Nach dem Abschluss der archäologischen Arbeiten wurde die Baugrube wieder zugeschüttet. Die LWL-Mitarbeiter haben sich aber bereits für den nächsten Einsatz in Borken angekündigt. Im Bereich des künftigen Parkplatzes soll ein neuer Regenwasserkanal angelegt werden. Bevor das geschieht, wird die betreffende Stelle ebenfalls auf Hinweise auf die Geschichte untersucht. Und auch im Mühlenquartier stehen noch einige Arbeiten im Erdreich an, die die Archäologen auf den Plan rufen werden.

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