Gehen Sie nur schwimmen, wenn es eine Aufsicht gibt. © Colourbox.de
Schwimmen

Bade- und Verhaltensregeln: Worauf man beim Schwimmen achten sollte

Bei heißem Wetter ist die Verlockung groß, einfach in das nächstgelegene Gewässer zu springen. Aber es gilt einiges zu beachten, damit der Sprung ins kühle Nass nicht lebensbedrohlich wird.

Wenn es draußen warm ist, zieht es viele ans und ins Wasser. Doch was viele Wasserratten dabei nicht bedenken: Der Badespaß ist nicht ganz ungefährlich. Jedes Jahr kommt es zu hunderten tragischen Unfällen. Darauf sollten Sie beim Schwimmen unbedingt achten.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnt jedes Jahr, wie gefährlich Schwimmen an unbewachten Stellen ist. Trotzdem sind viele Schwimmer leichtsinnig und überschätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit. Laut einer Erhebung der Organisation ertranken im Jahr 2020 bundesweit mindestens 378 Menschen, davon 335 in Binnengewässern. In NRW verloren 47 Menschen ihr Leben durch einen Badeunfall.

Die Gefahr der Unterkühlung und des Ertrinkens

Drei bis fünf Minuten lang kommt unser Körper mit der Sauerstoff-Unterversorgung unter Wasser aus. Dann sterben allmählich die ersten Gehirnzellen. Auch andere Organe wie die Lunge selbst nehmen Schaden. Je kälter das Wasser, desto stärker kühlt auch der Körper aus. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren.

Mit jedem Grad weniger sinkt der Sauerstoffbedarf von Gehirn und Organen um ganze sechs Prozent. Damit steigt auch die Chance, den Unfall im Falle eines Überlebens ohne Folgeschäden zu überstehen. So konnten zum Beispiel auch Kinder gerettet werden, die fast eine Stunde im Wasser lagen. Gleichzeitig besteht dabei aber auch immer die Gefahr der Unterkühlung, die wiederum ebenfalls Organschäden verursachen kann.

Allgemeine Baderegeln

Welche Gefahren lauern an Meer, See, Fluss und Pool im Besonderen? Und welche Verhaltensregeln sollten Wasserratten beachten? Wir haben hier allgemeine Baderegeln und mögliche Gefahren zusammengefasst.

Am See

• Nicht zu weit vom Ufer wegschwimmen

• Vor allem an Baggerseen fällt der Boden teils steil ab

• Es kann Temperaturunterschiede über zehn Grad

geben. Das kann zu Kreislaufproblemen führen

Am Fluss

• In Flüssen am besten nicht baden

• Unsichtbare Strömungen können einen mitreißen

• Durch Schiffe oder Brückenpfeiler droht zusätzliche Gefahr

Am Meer

• Richtung und Stärke von Strömungen wechseln rasch

• Auch in der Brandung gibt es oft einen starken Sog

• Im Meer nie eine Luftmatratze benutzen; man kann durch den

Wind aufs offene Meer abgetrieben werden

• An der Nordsee aufgrund von Ebbe und Flut die

ausgeschilderten Badezeiten befolgen

Am Pool

• Selbst in flachen Pools gilt: Kinder müssen immer

beaufsichtigt werden. Sie können sogar in nur 10 cm

tiefem Wasser ertrinken

DLRG-Flaggensignale beachten

Gelb = Baden und Schwimmen gefährlich, vor allem für Kinder und Nichtschwimmer

Rot = Badeverbot wegen absoluter Lebensgefahr

Gefahren beim Schwimmen

Diese Empfehlungen sollten Sie beachten:

  • Baden Sie nur, wenn es eine Aufsicht gibt. Baden Sie nicht in Flüssen. Strömungen und gefährliche Strudel sind oft nicht erkennbar und können selbst einen Erwachsenen leicht mitreißen. Schauen Sie, wo Leute im Wasser sind und fragen Sie, wo es tief wird.
  • Bevor Sie ins Wasser gehen, sollten Sie Arme und Beine abkühlen, sonst droht ein Kreislauf-Schock.
  • Achten Sie aufmerksam auf Personen, die nicht gut schwimmen können. So können Sie im Notfall schnell Hilfe holen. Nichtschwimmer sollten maximal bis zur Brust ins Wasser, im Meer sogar nur bis zu den Knien, da die Unterströmung einen leicht mitreißen kann.
  • Gehen Sie aus dem Wasser, sobald Sie zu frieren beginnen.
  • Springen Sie nie in unbekannte Gewässer. Es besteht Verletzungsgefahr durch nicht sichtbare Felsen unter der Wasseroberfläche. Auch plötzliche Kälte hat schon viele Opfer gefordert.
  • Schwimmen Sie nie mit vollem oder leeren Magen.
  • Ein leichter Snack wie ein paar Trockenfrüchte oder ein bisschen Müsli sind am besten.
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