Tagesmütter genießen im Kreis Borken eine hohe Wertschätzung und bekommen jetzt mehr Geld. © Colourbox
Tagesmütter

384.000 Euro mehr gibt es vom Kreis Borken jetzt für Tagesmütter

Für die Arbeit mit Kindern würdigt der kreis Borken jetzt Tagesmütter. Zum neuen Kindergartenjahr am 1. August will er, auch wegen gesetzlicher Anforderungen, 384.000 Euro mehr investieren.

Den Tagesmüttern im Kreis Borken gilt eine besondere Wertschätzung. Dies bestärken Politik und Verwaltung. Die über das Jugendamt gezahlte Vergütung von 5,50 Euro pro Kind und Stunde „liegt im münsterlandweiten Vergleich an der Spitze“, sagt Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster.

Die Kindertagespflege soll ein Angebot zur frühkindlichen Bildung sein, wie der Kreis Borken es in einer Vorlage formuliert – und zur „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ beitragen. Diese Bedarfe im Kreis seien „ohne die Angebote der Kindertagespflege nicht zu decken“.

Mehraufwand von 300.000 Euro kalkuliert

In der Budgetplanung hatte der Fachbereich Jugend und Familie für dieses Jahr einen Mehraufwand von 300.000 Euro kalkuliert. Jetzt sollen es noch einmal 84.800 Euro mehr werden, beschloss einstimmig der Fachausschuss. Das endgültige Okay der Politiker in Kreisausschuss und Kreistag dürfte nur noch von formeller Natur sein. Die Aufwendungen für 2022 (gesamt: 666.300 Euro) werden noch einmal erheblich steigen; für 2023 sind weitere 92.400 Euro geplant.

Dahinter stehen politische Anträge, fachliche Entwicklungen und Änderungen im Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz), das die „frühe Bildung und Förderung von Kindern“ vorschreibt.

Die Tagesmütter genießen den Status der Selbstständigkeit, müssen ihre Einnahmen also versteuern. Der jetzige Stundensatz pro Kind (bis zu fünf zu betreuende Kinder sind möglich) soll zum 1. August von jetzt 5,50 Euro auf 5,80 Euro für unter Dreijährige angehoben werden; dafür muss die Betreuerin Qualifikationen nachweisen. Für über Dreijährige sollen 5,50 Euro gezahlt werden; für Tagesmütter mit geringerer Qualifikation staffeln sich die Sätze bis hinunter zu 3,60 Euro.

„Die Kindertagespflege ist ein verlässlicher Pfeiler in der Betreuung“

Bei Neueinrichtungen gibt es einen Investitionskostenzuschuss von 500 Euro pro Kind; der ist seit 15 Jahren unverändert geblieben. Fast unverändert ist seit 2016 auch die Zahl der betreuten Kinder (in Zugehörigkeit zum Kreisjugendamt); im Dezember 2020 waren es 667. Ab August wird mit 655 Jungs und Mädchen (unter drei) gerechnet. „Pandemiebedingt stagnieren die Zahlen derzeit“, sagt Fachleiter Markus Grotendorst. Von derzeit 215 „Tagesmüttern“ sind im Übrigen vier „Tagesväter“.

Die durchschnittliche monatliche Betreuung pro Kind lag im Jahr 2020 bei 115,6 Stunden und damit fast beim Wert des Vorjahres (116,2). Mehr Geld für die Jüngsten in die Hand zu nehmen – das ist auch für die Politik ein positiver Ansatz. Barbara Seidensticker-Beining (SPD): „Es ist ein positives Ergebnis und ein Zeichen der Würdigung und Wertschätzung für Tagesmütter.“

Für den Kreis Borken, erklärt Kreissozialdezernent Hörster abschließend, „ist die Kindertagespflege ein verlässlicher Pfeiler in der Betreuung. Sie dokumentiert den kinder- und familienfreundlichen Charakter des Kreises Borken.“

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