Waren Probleme der Fakt AG schon im Februar bekannt? Bericht enthüllt neue Fakten

Redakteur
Eine Gruppe von Menschen bei einer Vertragsunterzeichnung
Im Mai zu Gast in Marl: NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach unterzeichnet im Beisein von Hubert (l.) und Kirsten Schulte-Kemper (2. v. l.) sowie Bürgermeister Werner Arndt (3. v. l.) die Absichtserklärung zur Zusammenarbeit mit Fördermitteln in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Waren da schon die finanziellen Probleme der Fakt AG bekannt? Das Düsseldorfer Handelsblatt berichtet von einem Aufsichtsratsprotokoll, das dies belege. © MZ-Archiv/Meike Holz
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Die finanziellen Probleme der Immobilien-Holding Fakt AG sollen schon im Februar bekannt gewesen sein. Das meldet das Handelsblatt am Dienstag in seiner Online-Ausgabe.

Nach Darstellung der in Düsseldorf erscheinenden Wirtschaftszeitung war die Insolvenz der Fakt AG bereits länger absehbar. Auf einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung habe der Aufsichtsrat am 25. Februar über die „mehr als angespannte“ Finanzlage beraten. Das Protokoll liege dem Handelsblatt vor.

Nicht erreichbar

Die Pressestelle der Fakt AG und der Sprecher des Insolvenzverwalters äußerten sich nicht zu unserer Anfrage, ob die Nachricht zutreffe. Vorrang habe „die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs“, so der Sprecher. Investor Hubert Schulte-Kemper, der die Unternehmensgruppe 2010 mitgegründet hatte, war für unsere Redaktion am Dienstag nicht zu erreichen.

Brisant ist die Meldung des Handelsblatts, weil die zum Unternehmensverbund gehörende Fakt Wohnungsbau noch zehn Wochen später, am 3. Mai, mit der Landesregierung ein Mammutprojekt für sieben Ruhrgebietsstädte vereinbarte: 1,5 Milliarden Euro Fördermittel stellte Bauministerin Ina Scharrenbach in Aussicht. Modellprojekt sollte das Baugebiet Breewiese an der Ringerottstraße in Marl sein. Die Ministerin, Bürgermeister Werner Arndt, Investor Hubert Schulte-Kemper und seine Tochter Kirsten unterzeichneten die Erklärung zur Zusammenarbeit persönlich.