Zwei Überfälle in zehn Tagen: Mutmaßlicher Tankstellenräuber will erst später aussagen

Landgericht Dortmund

Innerhalb von zehn Tagen soll ein 21-jähriger Lüner zweimal die HEM-Tankstelle an der Münsterstraße überfallen haben. Zu Prozessbeginn in Dortmund machte er am Montag noch keine Angaben.

Lünen

, 18.02.2019, 12:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte wurde in Handschellen in den Saal geführt.

Der Angeklagte wurde in Handschellen in den Saal geführt. © Martin von Braunschweig

Wenn stimmt, was die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, muss sich der Angeklagte auf eine längere Zeit hinter Gittern einstellen. Denn zumindest bei der zweiten Tat am 20. August war laut Anklage eine Waffe im Spiel. Ein bisher nicht bekannter Mittäter des 21-Jährigen soll den Kassierer damals mit einem Messer bedroht und so zur Herausgabe des Kasseninhalts genötigt haben. Raubüberfälle mit Waffen sind laut Gesetz mit einer Mindeststrafe von fünf Jahren bedroht.

Zweimal dieselbe Tankstelle

Schon zehn Tage zuvor soll der Lüner erstmals in der HEM-Tankstelle aufgetaucht sein. Auch an dieser Tat waren insgesamt zwei Personen beteiligt. Ob es sich bei dem Komplizen um denselben bisher unbekannten Mittäter handelt, kann natürlich niemand sagen.

Auch der Angeklagte hat sich am Montag noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Seine Verteidigerin Ina Klimpke kündigte jedoch für den zweiten Verhandlungstag eine Erklärung ihres Mandanten an. Ob der 21-Jährige dabei ein Geständnis ablegen wird, ließ die Rechtsanwältin offen.

Weitere Anklagen

Tatsache ist, dass der junge Mann derzeit nur wenig zu verlieren hat. Bei der Jugendkammer des Dortmunder Landgerichts liegt noch eine weitere Anklage gegen ihn. Dazu kommen Vorwürfe, über die eigentlich das Amtsgericht in Lünen verhandeln müsste. Es sei denn, in dem jetzigen Verfahren wird eine Gesamtlösung gefunden.

Bei den beiden Tankstellen-Überfällen soll der 21-Jährige mehrere Hundert Euro sowie Zigaretten erbeutet haben. Bei der ersten Tat reichte es laut Anklage aus, die Kassiererin mit einer Geste einzuschüchtern. Angeblich formte der Mann mit seinen Fingern eine Pistole und richtete diese auf die Frau. Die soll daraufhin die Kassenschublade mit den Tageseinnahmen herausgegeben haben.

Lesen Sie jetzt