Die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays For Future bereiteten sich vor der Lippebrücke in der Lüner Innenstadt auf ihre Fahrraddemonstration vor. © Julian Preuß
Klimaschutz

Zwei Krankenwagen sprengen Fridays-For-Future-Blockade in Lünen

Am Freitagnachmittag (25.6.) rief Fridays For Future (FFF) zu einer Fahrrad-Demonstration in Lünen auf. Bei der angekündigten Straßenblockade lief allerdings nicht alles nach Plan.

Klingeln für 2035: Mit diesem Motto demonstrierte am Freitagnachmittag (25.6.) die „Fridays For Future“-Bewegung in Lünen für eine klimaneutrale Stadt. Auf Fahrrädern drehten laut Polizei etwa 120 Teilnehmende drei Runden um die Lüner Innenstadt. Immer wieder machten die Radfahrerinnen und Radfahrer mit lautem Klingeln und Sprechchören auf ihre Forderungen aufmerksam. Der Tenor der vorausgegangenen Ansprache: Es ist Zeit für eine „radikale Klimapolitik“.

Passend dazu rief die Bewegung dazu auf, die Kreuzung Konrad-Adenauer-Straße/Viktoriastraße während der zweiten der drei Runden mit Fahrrädern zu blockieren. „Wir werden die Kreuzung sperren um darauf hinzuweisen, dass die Verkehrswende ein wichtiger Beitrag zur Klimaneutralität ist. Wir zwingen in diesem Zeitraum alle Verkehrsteilnehmenden dazu, sich für ein paar Minuten mit dieser Thematik grob auseinander zu setzen“, sagte FFF-Sprecher Ruth Kirschbaum vor Beginn der Demonstration gegenüber unserer Redaktion.

Auf den Schildern an ihren Fahrrädern übermittelten die Teilnehmenden der Demonstration klare Botschaften.
Auf den Schildern an ihren Fahrrädern übermittelten die Teilnehmenden der Demonstration klare Botschaften. © Julian Preuß © Julian Preuß

Zehn Minuten sollte die Sperrung dauern. Aus Sicht der Aktivistinnen und Aktivisten lief die Aktion allerdings nicht optimal. „Es gab zwei Rettungswagen, die wir durchlassen mussten“, beschrieb Kirschbaum im Nachgang der Demonstration. Der Feuerwehr und Polizei lagen keine Informationen über einen derartigen Vorfall vor. Die Pressestelle der zuständigen Polizeibehörde in Dortmund sprach hingegen von einer Demonstration, die störungsfrei verlaufen sei. Einen abschließenden Bericht konnte die Polizei am späten Freitagnachmittag jedoch noch nicht geben.

Dortmunder Klimaschützer sorgten für stundenlange Staus

Dass es auch anders geht, zeigte die Klimaschutzaktivistinnen und -Aktivisten von „Extinction Rebellion“ in Dortmund. Sie hatten Mitte Juni die B1 über mehrere Stunden im Rahmen einer unangemeldeten Demonstration blockiert und für Staus im Bereich der Bundesstraße gesorgt.

Fridays For Future möchte Druck auf die Lüner Politik ausüben, beispielsweise die Verkehrswende voranzutreiben.
Fridays For Future möchte Druck auf die Lüner Politik ausüben, um beispielsweise die Verkehrswende voranzutreiben. © Julian Preuß © Julian Preuß

„Insgesamt war die Blockade gut und wichtig, weil sie nochmal ein größeres Zeichen für unser Anliegen gesetzt hat“, bilanzierte Ruth Kirschbaum. Reaktionen von Seiten der wartenden Autofahrer habe es hingegen nicht gegeben. „Ich bin sehr gespannt, was man diesbezüglich in den nächsten Tagen noch mitbekommt“, sagte die FFF-Sprecherin, die nach der Demonstration bereits den Blick auf das große Projekt der Bewegung richtete.

Zusammen mit der Lüner Initiative gegen globale Armut (LIGA) hatte Fridays For Future einen Bürgerantrag formuliert. Demnach soll sich die Lüner Klimapolitik an dem Pariser Klimaabkommen orientieren, sodass der Temperaturanstieg durch den Klimawandel auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann. Zusätzlich soll ein Klimaschutzkonzept erarbeitet und eine Energiewende vollzogen werden werden. Gleichzeitig fordern FFF und LIGA gegenüber der Bevölkerung Transparenz zu den Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes.

Antrag von FFF und LIGA wird im Rat thematisiert

Der Antrag stand am Donnerstagabend (24.6.) auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt. Ein Beschluss blieb aus, der Antrag wird im Rat weiter thematisiert (nächste Sitzung am 1.7., 17 Uhr). „ Wenn der Antrag durch kommt, können wir feiern“, sagte Kirschbaum. Bis dahin möchte Fridays For Future weiterhin Druck auf die Verantwortlichen der Verwaltung machen.

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