Die Musikschule wird ihren Betrieb zeitnah wieder aufnehmen. © Günter Blaszczyk
Rat und Politik

Zurück an die Instrumente: Musikschullehrer brauchen nicht mehr auf Streife

Dass Musikschullehrer zum Ordnungsamt abgeordnet wurden, beschäftigte den Lüner Rat am Donnerstag (26.11.) Jetzt steht es fest: Die Musikschullehrer dürfen wieder unterrichten.

Der Rat hat am Donnerstag (26.11.) den Weg für 20 neue Vollzeitstellen beim Ordnungsamt in Lünen freigemacht. Sie sollen die Musikschullehrer ersetzten, die bisher Quarantäneanordnungen versendet und Kontrollen durchgeführt haben. Die Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen (GFL ) hatte in der Sitzung die „unverzügliche Wiederaufnahme des regulären Musikunterrichts durch die Musikschule Lünen“ gefordert.

Der Musikunterricht war infolge steigender Corona-Zahlen in ganz NRW untersagt worden. Nach Protesten hatte man sich entschieden, den Unterricht wieder zu gestatten. Die Stadt Lünen nutzte dieses Angebot der Landesregierung jedoch nicht, sondern setzte die 12 festangestellten Lehrer stattdessen im Ordnungsamt ein.

Wie Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns in der Sitzung erläuterte, habe man sich der Musikschulkräfte aus verschiedenen Gründen bedient: „Wir haben keine anderen Bediensteten, die Musikschullehrer werden benötigt und für externe Kräfte fehlen uns die Mittel.“ Johannes Hofnagel, der Fraktionsvorsitzende der GFL, griff den Zwiespalt, in dem sich der Bürgermeister befindet, in seinem Statement auf und sagte: „Wir fordern heute, dass der Musikschulbetrieb unverzüglich wieder aufgenommen wird.“ Man wolle der Stadt aber entgegenkommen und schlage vor, Geld bereitzustellen, damit die Stadt externe Arbeitskräfte engagieren kann.

Bereite Zustimmung der Fraktionen

Die GFL begründete ihre Forderung damit, dass Kinder und Jugendliche ohnehin schon stark genug unter der Pandemie litten. Viele Hobbys könnten sie nicht ausüben: „Private Treffen entfallen, ebenso Sport- und diverse Freizeitangebote. Das Erlernen eines Instruments ist somit in der derzeitigen Lage eines der wenigen Hobbys, denen die Kinder noch nachgehen können.“

Die GFL wurde von allen Fraktionen des Rates unterstützt. So erklärte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Rüdiger Billeb: „Das ist ein Thema, was die Bürger umtreibt.“ Musikschullehrer seien einfach falsch qualifiziert für die Arbeit im Ordnungsamt. CDU-Fraktionsvorsitzender Christoph Tölle stimmte seinem Ratskollegen zu: „Wir laufen Gefahr, diese Einrichtung langfristig zu verlieren. Die Stadt hat an dieser Stelle einen Bildungsauftrag.“

Tessa Schächter von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geht es vor allem um das Zeichen, das die Politik senden soll: „Diese Kinder sollen nicht nur die Corona-Generation sein.“ Auch FDP und Die Linke unterstützten in ihren Diskussionsbeiträgen die Forderung zur Öffnung der Musikschule.

Am Ende stimmten alle Fraktionen für die Einstellung zusätzlicher Kräfte und die Wiedereröffnung der Musikschule. Bürgermeister Kleine-Frauns stimmte gegen den Antrag.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
Zur Autorenseite
Nora Varga

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.