Im Schwarzlohnprozess gegen ein Ehepaar aus Lünen haben am Bochumer Landgericht weitere Zeugen ausgesagt. © Werner von Braunschweig
Schwarzlohnprozess

Zeuge im Schwarzarbeit-Prozess: Lüner war eine Art rechte Hand vom Chef

Im Prozess um Schwarzarbeit gegen ein Ehepaar aus Lünen haben weitere Zeugen ausgesagt. Weil die Angeklagten schweigen, gehen die Richter nun wichtigen Detailfragen auf den Grund.

Im Prozess um Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und einen Millionenschaden gegen ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Ex-Bauunternehmer aus Witten stand am Dienstag (16.3.) vor allem die Rolle der beiden angeklagten Männer im Vordergrund. Wer wusste was? Wer hat die Verträge gemacht? Und wer von beiden hatte welche Rolle inne?

Ein Bauunternehmer aus Krefeld bestätigte im Zeugenstand, dass der mitangeklagte Bauunternehmer bei Verhandlungen tatsächlich eher die Führungsrolle eingenommen habe. „Er war definitiv kein Strohmann. Mein Eindruck war immer, der ist der Chef“, sagte der 59-jährige Bauunternehmer vor der 6. Wirtschaftsstrafkammer am Bochumer Landgericht.

Fachlich kompetent und gepflegt

Häufig, so der Zeuge, sei der Bauunternehmer aber auch mit dem angeklagten Lüner (50) als eine Art rechte Hand gemeinsam aufgetreten. „Er war nicht selten auch bei den Verhandlungen dabei“, bestätigte der Zeuge. „Er erschien mir fachlich kompetent und hatte ein sehr gepflegtes Auftreten.“

Die beiden Angeklagten aus Lünen sollen gemeinsam mit dem Ex-Chef einer Wittener Baufirma von 2014 bis 2017 ein illegales Schwarzlohn-System mit einem Millionenschaden eingerichtet haben.

Der Mann aus Lünen soll mit dem Chef die Geschäfte gelenkt haben. Die Lünerin soll laut Anklage handschriftliche Scheinrechnungsvorlagen erstellt haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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