Zeitarbeit: Chance oder Jobkiller?

LÜNEN Kontrovers wird das Thema Zeitarbeit diskutiert. Die einen sehen darin einen "Jobkiller", die anderen eine Chance auf Beschäftigung.

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 04.07.2008, 17:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diskutierten mit Unternehmer Siegfried Baecker über Zeitarbeit: Die Jusos Oliver Walasek (v.r.), Daniel Wolski, Daniel Dauster, Nico Symma und Daniela Rotte.

Diskutierten mit Unternehmer Siegfried Baecker über Zeitarbeit: Die Jusos Oliver Walasek (v.r.), Daniel Wolski, Daniel Dauster, Nico Symma und Daniela Rotte.

Die Lüner Jusos, die sich intensiv mit dem Thema Arbeitsplätze und Ausbildung auseinander setzen, wollten es genau wissen. Sie besuchten am Mittwoch Siegfried Baecker, der seit 19 Jahren das Unternehmen "Industriemontage und Zeitarbeit" in der Bismarckstraße führt.

Baecker beschäftigt unbefristet durchschnittlich 75 Maschinenbauer, Schlosser, Stahlbaumonteure und hochqualifizierte Schweißer, die europaweit und darüber hinaus in chemischen und petrochemischen Unternehmen tätig sind. Baecker könnte durchaus 40 bis 50 weitere Mitarbeiter einstellen, doch es mangelt an geeigneten Facharbeitern.

Seine Belegschaft wird im Schnitt 1,8 Jahre lang angefordert, was an den hohen Sicherheitsstandards und der benötigten Zertifizierung liegt. Insofern ist sein Unternehmen keine typische Zeitarbeitsfirma. Baeckers Credo ist seit Firmengründung: Zu "schwarzen Schafen" geht er auf Distanz.

Ausleihbefristung

Dass der Ruf der Branche gelitten hat, liegt an den Praktiken einiger großer Unternehmen, die eigenes Personal auslagern und wiederum zu günstigeren Konditionen zurück leihen. Möglich macht dies eine Gesetzesänderung der Schröder-Regierung zum 1. Januar 2004, die die auf ein Jahr beschränkte Ausleihbefristung aufhob.

"Zeitarbeit muss Zeitarbeit bleiben", sagte Juso-Vorsitzender Daniel Wolski. Zeitlich begrenzt sei sie zu begrüßen, damit Unternehmen Auftragsspitzen bewältigen können. Eine unbefristete Verleihung sehen die Jusos allerdings kritisch.

"Das ist nicht der Sinn von Zeitarbeit im klassischen Sinne", so Daniel Wolski. Grundsätzlich vertreten die Jusos die Auffassung: "Wer arbeitet, muss davon leben können".

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