Wohnungsanbieter in Lünen: Kein Mieter soll seine Wohnung verlieren wegen des Coronavirus

dzCorona-Krise

Per Gesetz will der Bund sicherstellen, dass kein Mieter in Deutschland wegen des Coronavirus seine Wohnung verliert. Darüber haben wir mit den örtlichen Wohnungsanbietern gesprochen.

Lünen

, 30.03.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen der Corona-Krise soll kein Mieter seine Wohnung verlieren. Das hat der Deutsche Bundestag Mittwoch (25. März) in Berlin sozusagen per Gesetz beschlossen. Entsprechende Maßnahmen sind von den in Lünen aktiven Wohnungsanbietern Vivawest (Gelsenkirchen), Bauverein zu Lünen und der Wohnungsbaugenossenschaft Lünen (WBG Lünen) unlängst auf den Weg gebracht worden.

Das verabschiedete Gesetz sieht vor, dass Mietern nicht gekündigt werden darf, wenn diese wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Das gilt für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni dieses Jahres. Im Grundsatz soll die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete aber bestehen bleiben.

Vivawest schnürt Corona-Paket

Dazu erklärte eine Sprecherin der Gelsenkirchener Vivawest Wohnen GmbH, die in Lünen 7313 Wohnungen bewirtschaftet, am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion:

„Vivawest erklärt sich vor dem Hintergrund der einschneidenden Maßnahmen im Zuge der Bekämpfung der Corona-Pandemie und der daraus folgenden Unsicherheit für Arbeitsplätze und die weitere wirtschaftliche Entwicklung solidarisch mit ihren Mietern.“

Das Unternehmen habe in kürzester Zeit (schon vor dem sich abzeichnenden Gesetzesentscheid, Anm. d. Red.) ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die drohenden Folgen durch die tiefen ökonomischen Einschnitte für die Mieter etwas abmildern soll, sagte die Sprecherin weiter:

„Vivawest wird bis auf Weiteres auf Mieterhöhungen verzichten. Mieterhöhungen, die im Laufe des Monats März ausgesprochen wurden, werden rückwirkend zurückgenommen.“

Sollten Mieter aufgrund der Corona-Krise Schwierigkeiten bekommen, ihre Mieten zu bezahlen, können sie sich den Angaben zufolge an die unternehmenseigene Mieterhilfe wenden, um Ratenzahlungen oder Stundungen zu vereinbaren.

Ähnlich verhält es sich beim Bauverein zu Lünen, der in der Region 5.500 Wohnungen, davon 4.500 in Lünen bewirtschaftet:

„Für den Fall, dass jemand Probleme hat, seine Miete zu zahlen, stehen zwei Sozialarbeiter bei uns im Hause als Ansprechpartner zur Verfügung. Gemeinsam suchen wir dann nach einer Lösung.“ Das sagte Bauvereins-Vorstand Andreas Zaremba am Mittwoch (25.3.) im Gespräch mit unserer Redaktion. Für den Bauverein sei diese Vorgehensweise nichts Neues, das habe es schon vor der Corona-Krise gegeben.

Zurzeit liefen Gespräche mit kleineren Gewerbetreibenden, die wegen Corona ihre Läden, ihre Restaurants schließen mussten und deshalb Probleme haben, die Miete zu zahlen, wie das Ganze einvernehmlich gelöst werden kann.

„Wir wollen keinen unserer Mieter verlieren, egal ob Privatperson oder Gewerbetreibender“, sagte Andreas Zaremba: „Zusammen loten wir alle Möglichkeiten aus, das zu verhindern.“

WBG-Chef: Corona-Krise kein Freibrief

Gespräche mit in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Gewerbetreibenden laufen zurzeit auch bei der Wohnungsbaugenossenschaft Lünen (WBG Lünen), wie deren Vorstand Rainer Heubrock gegenüber unserer Redaktion am Mittwoch (25.3.) sagte: „Für April haben wir die Miete schon einmal ausgesetzt.“

Unabhängig davon suche man - wie schon vor Corona - in gewohnter Manier und „im beiderseitigen Einvernehmen“ nach Lösungen, um langfristig Kündigungen zu vermeiden. Die WBG biete auch Hilfe an, wenn es darum gehe, Wohngeld zu beantragen oder aktuell auszuloten, welche staatlichen Hilfen die Bundes- oder Landesregierung für Private oder Gewerbetreibende wegen der Corona-Krise bereitstelle.

WBG-Vorstand Rainer Heubrock betonte aber auch, dass die Corona-Krise kein Freibrief für Mieter sein dürfe, die Zahlungen einzustellen: „Es kann ja nicht sein, dass wir am Ende noch Pleite gehen. Die WBG bewirtschaftet in der Lippestadt rund 4300 Wohnungen.

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