Wohnen in Lünen: Halbe Natur am Kleinbecker Park, lange Leitung in Niederaden

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Die Wohnungsbaugenossenschaft Lünen will gleich an mehreren Stellen öffentlich geförderten und damit bezahlbaren Wohnraum schaffen. Eine wesentliche Voraussetzung ist mittlerweile erfüllt.

Lünen

, 31.08.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Graf-Haesler-Straße, Preußenstraße, In der Heide: Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Lünen plant gleich an mehreren Stellen in Lünen bezahlbare Wohnungen. Dass das überhaupt möglich ist, hängt mit einer Entscheidung aus Düsseldorf zusammen: Die Landesregierung hat die Mietstufen für Kommunen in NRW angepasst.

Lünen ist damit, wie andere Städte in der Region auch, von der Stufe 2 in Mietstufe 3 aufgestiegen. Das bedeutet, dass der Höchstwert für Mieten und Belastung von gefördertem Wohnraum angehoben wird. Durfte man früher für einen Zwei-Personenhaushalt maximal 425 Euro Miete verlangen, sind es nun 473 Euro. Dieser Maximalbetrag erhöht sich, je mehr Personen im Haushalt leben - entsprechend höher ist die Chance, geförderte Wohnungen auch wirtschaftlich zu betreiben.

Denn die WBG ist zwar auf bezahlbaren Wohnraum spezialisiert - draufzahlen wollen die Mitglieder bei den Investitionen aber auch nicht. „Für 2020 planen wir Neubauten im Gesamtvolumen von 13,5 Millionen Euro“, sagt WBG-Vorstand Rainer Heubrock. Dazu kommen nochmal 8,3 Millionen Euro, mit denen der Bestand von 4519 Wohnungen modernisiert werden soll.

Die Durchschnittmiete für eine WBG-Wohnung liegt laut Heubrock derzeit bei 5,30 Euro pro Quadratmeter. „Allerdings reicht die Spanne da von 2,90 bis 10,50 Euro“, so der Vorstand. Die teuersten Wohnungen sind aktuell im Lippewohnpark zu finden, den die WBG gemeinsam mit dem Bauverein Lünen realisiert hat.

Neues Baugebiet in Niederaden

Für die neuen Projekte sind wieder mehr geförderte Wohnungen geplant. Konkret geht es dabei um:

  • Graf-Haeseler-Straße: Die alten Häuser aus den 1930er-Jahren wurden abgerissen, in zwei Bauabschnitten entstehen hier 61 neue Wohnungen - sieben mehr als im alten Bestand. 12 Wohnungen sind bereits bezogen, 11 werden laut WBG noch bis Jahresende fertig. Insgesamt sollen 50 Prozent der neuen Wohnungen hier öffentlich gefördert werden.

  • Preußenstraße (Kleinbecker Park): Die WBG hat das gerodete Grundstück der Firma Harpen abgekauft. „Harpen hätte auch teurer an jemand anderen verkaufen können“, ist Rainer Heubrock überzeugt. Ob dann aber die „halbe Natur“ zu retten gewesen wäre, sei doch sehr fraglich. Die WBG plant nun rund 30 Wohnungen, mindestens ein Drittel davon öffentlich gefördert. Außerdem soll es große Grünflächen geben und die Neubauten moderne ökologische Standards, wie zum Beispiel Erdwärme und Photovoltaik, vorweisen.

  • In der Heide: In Niederaden soll ein Baugebiet mit 35 Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen. Allerdings ist mit Baurecht wohl erst Ende 2021 zu rechnen, denn die WBG steht vor einigen Herausforderungen: „Eigentlich wollten wir in einen angrenzenden Graben entwässern“, so Rainer Heubrock. Doch es stellte sich heraus, dass es sich dabei um eine denkmalgeschützte Gräfte handelt. „Jetzt müssen wir mehrere Kilometer bis zum nächsten Gewässer eine neue Leitung legen.“ Das dauert nicht nur, sondern kostet auch deutlich mehr Geld als geplant. Dennoch ist Heubrock optimistisch, dass der Quadratmeterpreis für die Grundstücke deutlich unter den 300 Euro liegen wird, die in der direkten Nachbarschaft verlangt würden.

Neben den Lüner Projekten - zu denen auch die Aufstockung der Kita Abenteuerland von drei auf fünf Gruppen gehört, was den Bau einer zusätzlichen Etage erfordert - will die WBG 2020 auch noch in Selm aktiv werden: Neben bereits realisierten 57 Wohnungen auf dem Campus sollen elf Wohnungen im ehemaligen Edeka-Markt in Bork entstehen, darunter fünf Loft-Wohnungen mit offenem Wohn- und Kochbereich.

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